Zu groß, zu verändernd für unser ganzes Leben waren die Ereignisse im Österreich der 1980er-Jahre, um vergessen zu werden: Aubesetzung und die Pressekonferenz der Tiere waren im Gefolge der Anti-Atomkraft-Proteste unübersehbare Zeichen einer Ökologisierung des Denkens in der Zivilgesellschaft. Seither ist viel geschehen, Österreich ist sauberer und nachhaltiger geworden – zumindest in vielen Bereichen. Stromsparen und Energieeffizienz haben sich in vielen Bereichen durchgesetzt, aber noch nicht in allen.

Energie sparen rechnet sich

Das Prinzip Nachhaltigkeit findet sich heute in vielen Bereichen, seit einigen Jahren auch im Gebäudemanagement. Das hat nicht nur ökologische, sondern vor allem auch ökonomische Aspekte: Ein nachhaltig geplantes und betriebenes Gebäude ist unterm Strich massiv günstiger. Die Rede ist hier vom Gold und Platinstandard verschiedener Zertifizierungen des Gebäudeenergiemanagements im 21. Jahrhundert.

Eine Botschaft, die einleuchtet, aber noch nicht ganz durchdringt. Experten bemängeln, dass im technischen Bereich vorhandene Potenziale nicht genützt werden. Zwar, so die einhellige Meinung, sei der Technisierungsgrad etwa in der Gebäudeleittechnik deutlich höher als vor noch einem Jahrzehnt, die nötigen Funktionen könnten aber vom technischen Personal oft gar nicht entsprechend abgerufen werden, weil es dafür an Einsatzwissen mangele. Gleiches könne man für Mess-, Steuer- und Regeltechnik sagen.

Viele Vorteile

Dabei liegen die Vorteile klar auf der Hand. Ein Gebäude, das energieeffizient funktioniert, spart Geld, ist einfacher zu vermieten oder zu verkaufen, und bietet dem Betreiber Möglichkeiten, sich über entsprechende Zertifizierungen als Green Building Marketingvorteile zu erarbeiten. Es handelt sich also keineswegs mehr um eine Fleißaufgabe umweltbewusster Vordenker, sondern um eine handfeste ökonomische Frage.

Der Schlüssel, so die Expertenmeinungen, liegt im Wissensaufbau. Das beginnt beim Bau, wo es genaue Zielvorgaben, entsprechendes Monitoring und ein Bewusstsein für die relevanten Kernbereiche braucht. Ist ein Gebäude bereits in Betrieb, so ist längst nicht aller Tage Abend.

Ökologische Nachhaltigkeit und finanzieller Ertrag stellen heute, nach Meinung vieler Experten, keinen Gegensatz dar.

Eine energetische Anlagenzustandsprüfung (fachgerechte Instandhaltung) der technischen Gebäudeausrüstung durch externe Spezialisten kann aufzeigen, wo Potenziale stecken. Im nächsten Schritt wird mittels Fachschulungen vor Ort, direkt bei der Anlage, dem Bedien- und Haustechnikpersonal das nötige Wissen vermittelt. Das ist beileibe keine Hexerei, kann aber enorme Effizienzsteigerungen hervorrufen.

Potenziale heben – Verträge verlängern

Eben diese Potenziale sind der Schlüssel. Viele FM-Anbieter unterschätzen, was hier auch für sie für Vorteile verborgen liegen. Auf den ersten Blick sind derartige Schulungen natürlich eine Investition, der kein sofortiges Return-on-Invest gegenübersteht. Dabei muss man das sehen wie einen Fremdsprachenkurs: Die Anfängerlevel sind bestenfalls im Urlaub eine erheiternde Sache – aber nach einiger Zeit ermöglicht die gut beherrschte Sprache berufliches Fortkommen.

Experten rechnen mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass entsprechende FM-Verträge verlängert werden, wenn der Kunde den zusätzlichen Nutzen sieht (in Form von Betriebskosteneinsparung und Kompetenz), den die höhere Kompetenz des Dienstleisters ihm bringt. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass ökologische Nachhaltigkeit und finanzieller Ertrag kein Gegensatz mehr, sondern mittlerweile miteinander verbunden sind.