„Im Optimalfall kommt es durch innovative Ideen zu einer sozialen, wirtschaftlichen und ökonomischen Verbesserung – das Produkt oder die Dienstleistung wird also nachhaltiger“, erklärt Prof. Silvia S. Kucera, Studiengangleiterin an der IMC Fachhochschule Krems. Auch kleine und mittlere Unternehmen sind daran interessiert, immer wieder solche Innovationsprozesse in Gang zu setzen, und müssen gleichzeitig auf Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) achten.

Gerade in KMU und vor allem in Familienunternehmen ist der Gedanke der Nachhaltigkeit und CSR oft fester verankert und wird schneller umgesetzt als in anderen Betrieben. „Die Entscheidungswege sind kürzer und der Wille, Verantwortung für die nachkommende Generation, die eigenen Kinder zu übernehmen, ist oft größer“, sagt Prof. Kucera.

Das Problem der Innovation

Innovationsprozesse hingegen sind in solchen Unternehmen oft unstrukturiert. Hinzu kommt, dass der kreativen Idee nicht zu selten ein Filter vorgesetzt wird. Die Frage, ob etwas überhaupt sinnvoll oder realisierbar ist, steht viel zu schnell im Raum.

„Spinnereien werden erst gar nicht zugelassen“, sagt die Leiterin des Master-Studiengangs Unternehmensführung für KMU. Dabei ist es wichtig, eben solche zu erlauben. Von wem die Ideen kommen, ist vollkommen egal. Kreativität ist eine individuelle Eigenschaft und weder von Alter, Geschlecht oder Funktion der Person abhängig.

Oft liegt kreatives Potential brach, weil man es gewissen Menschen nicht zuerkennt. „Es spielt keine Rolle, ob die Idee von einer Reinigungskraft oder einem Abteilungsleiter kommt, ob die Person neu im Unternehmen ist oder bereits seit Jahren im Betrieb arbeitet. Es geht um die Innovation und die kann von Jedem ausgehen“, so Prof. Kucera.

Tagesgeschäft und Trend

Den Einwand, dass die Fokussierung auf soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit den Blick auf das Wesentliche versperrt, lässt die Expertin nicht gelten. Im Gegenteil: Nur wenn Kunden dem Unternehmen Vertrauen entgegenbringen und die Unternehmen Verantwortung übernehmen, werden sie auch wirklich erfolgreich sein.

„Nachhaltigkeit ist mittlerweile zu einem Unwort verkommen. Eigentlich geht es darum, sich der Verantwortung, die man trägt, bewusst zu sein, sich Vertrauen zu erarbeiten und werteorientiert zu handeln. Im besten Fall kann man dann in 10 bis 15 Jahren auch sagen, dass dies nachhaltig war“, rät Prof. Kucera.

Innovative und neue Ideen generieren

Um neue Innovationen besser vorantreiben zu können, müssen kleine und mittlere Unternehmen den Prozess der Ideenfindung systematisieren. Außerdem braucht es eine stärkere Vernetzung zwischen den verschiedenen Unternehmen – nicht nur innerhalb Österreichs, sondern auch über die Grenzen hinweg. „Die Unternehmer dürfen auch keine Angst davor haben, neue Märkte zu erschließen oder in Nischen hineinzugehen“, fordert Silvia Kucera, um so die Wettbewerbsfähigkeit auch international zu stärken.

Um wirklich innovativ agieren zu können, müssen Risiken frühzeitig erkannt werden. „Nur mit einem guten Risikomanagement kann Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegengewirkt werden“, rät die Expertin.