"Gesundheit ist das größte Kapital"  – eine Weisheit, die insbesondere für selbstständige Unternehmer von Bedeutung ist. „Gerade hier trifft es doppelt zu, da ein gesundheitlicher Ausfall auch das unternehmerische Fortkommen behindert“, sagt Peter McDonald, geschäftsführender Obmann der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.

Aus diesem Grund seien Gesundheitsvorsorge und Prävention für Selbstständige besonders wichtig. „Die Weichen für die Gesundheit von morgen müssen wir bereits heute stellen“, so McDonald. Ähnlich wie der Businessplan für das Unternehmen, der die geschäftliche Entwicklung festlegt, brauche es auch für die eigene Gesundheit einen strategischen Plan. „Über Gesundheitsfragen sollte man sich frühzeitig Gedanken machen – nicht erst, wenn man bereits krank ist.“

Ziel der Gesundheitspolitik: gesunde Lebensjahre vermehren

Auch ein Blick auf das gesamte Gesundheitssystem Österreichs verdeutlicht die große Bedeutung von Prävention und Vorsorge: Rund 32 Milliarden Euro werden jährlich in das Gesundheitssystem investiert. Fast 98 Prozent davon fließen in die so genannte Reparaturmedizin. „Obwohl wir heute wissen, dass 80 Prozent der Krankheitslasten in den Industrieländern auf Zivilisationskrankheiten zurückzuführen sind“, so der stellvertretende SVA-Obmann.

Dabei handelt es sich um Erkrankungen, die vor allem durch den Lebensstil hervorgerufen werden und von der Reparaturmedizin nur mehr schwer beeinflussbar sind.

Daher sei der Fokus auf eine Gesundheitsvorsorge der bessere Ansatz, meint Peter McDonald: „Wir können uns nicht erst um unsere Versicherten kümmern, wenn sie krank sind. Wir müssen sie beim ‚Gesund-sein‘ unterstützen.“ Ziel der Gesundheitspolitik müsse es sein, gesunde Lebensjahre zu vermehren und nicht nur Krankheiten zu bekämpfen.

Individuelle Gesundheitsziele anhand von fünf Parametern

Entsprechend dieser Philosophie sollten sich gerade Selbstständige und Unternehmer individuelle Gesundheitsziele setzen, die ihnen dabei helfen, die eigene Gesundheit zu verbessern oder beizubehalten.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei fünf Parameter, die im Wesentlichen auch ‚Auslösefaktoren der Zivilisationskrankheiten‘ sind: Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Alkohol- und Tabakkonsum.

Investieren in die eigene Gesundheit

„Wer hier oder da Defizite hat, sollte sich Ziele setzen“, so McDonald. Es sei absolut wichtig, in die eigene Gesundheit zu investieren: „Etwa durch mehr Bewegung, eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils – oder aber, indem man sich Gedanken über seinen Tabak- oder Alkoholkonsum macht.“ Gemeinsam mit dem Hausarzt, der einen dabei berät und die Werte überprüft, lassen sich so klare und nachvollziehbare Ziele festlegen, die man über einen längeren Zeitraum verfolgen sollte.

„Viele Unternehmer denken im Krankheitsfall zwei Mal darüber nach, ob sie nicht arbeiten und zum Arzt gehen sollen“, so McDonald. Auch wenn dies meist auf die große persönliche Verantwortung und den Blick auf den unternehmerischen Erfolg zurückzuführen ist, zeigen Erhebungen, dass Selbstständige grundsätzlich gesünder sind als Arbeitnehmer: „Sie verbringen weniger Zeit im Spital und haben eine zwei bis drei Jahre höhere Lebenserwartungen“, so McDonald. Eine Erklärung dafür: „Mehr Spaß an der Arbeit fördert auch die Gesundheit.“