Worum handelt es sich bei gatherer?

Unsere App soll es den Leuten einfacher machen, Termine miteinander zu vereinbaren und diese zu koordinieren. Wenn man heutzutage mehrere Leute zu einer Veranstaltung einladen möchte, verwendet man dafür oft unterschiedliche Kommunikationskanäle, etwa Facebook, What's App oder SMS. Das kann kompliziert und unüberschaubar werden. Mit unserer App wollen wir eine einfache Lösung bieten, denn Ziel von gatherer ist es, sämtliche Kommunikationswege zu bündeln, um alle, mit denen man in Kontakt steht, einfach erreichen zu können.

Über gatherer kann man Personen unkompliziert aus dem Handy-Kontaktbuch auswählen, die App ist dann so intelligent, dass sie die Einladung automatisch über den richtigen Kommunikationskanal verschickt. Ist die Telefonnummer einer Person gespeichert, schickt gatherer eine SMS, an meine Facebook-Freunde sendet die App eine Einladung via Facebook usw.

Der Event-Ersteller braucht sich um nichts mehr zu kümmern, die Einladungen werden automatisch verschickt, ebenso Erinnerungsnachrichten an jene Personen, die noch nicht über den Termin abgestimmt haben. Sollte der Event-Ersteller vergessen, einen finalen Termin zu fixieren, wird er auch daran erinnert. Somit läuft die Terminplanung für alle Beteiligten übersichtlich und unkompliziert ab.

Wie sind Sie auf die Idee für die App gekommen?

Das Ganze hat als Projekt für die Fachhochschule St. Pölten begonnen. Wir sind fünf Studenten und haben den Zweig Mobiles Internet belegt, wo wir ein Projekt gestalten sollten. Da ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe, wie schwierig es sein kann, mit meinen Freundinnen Termine zu vereinbaren, hatte ich die Idee, eine App zu entwickeln, mit der man das verbessern und vereinfachen könnte. Also haben wir uns zusammengeschlossen, um dieses Projekt umzusetzen.

Da war aber noch längst kein Gedanke daran, dass sich dies in Richtung Firmengründung entwickeln könnte. Ziel war eigentlich, eine sehr gute Projektarbeit abzuliefern. Doch dann haben wir uns bei einem Gründerservice beworben, mit dem Gedanken, etwas zu lernen und für die Entwicklung der App mitzunehmen.

Im September 2014 begann die Zusammenarbeit, uns wurde ein gemeinsames Büro finanziert sowie rechtliche Unterstützung und die Hilfe beim Herstellen von Kontakten gewährleistet. Parallel dazu gab es Beratung und Work Shops, die extrem hilfreich für uns waren. Jetzt, ein dreiviertel Jahr später, sind wir soweit, mit potenziellen Investoren zu sprechen, stellen Förderanträge und sind kurz vor der Firmengründung.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung für uns Fünf ist definitiv die zeitliche Komponente, da wir alle noch im Studium sind, jeder einen Nebenjob im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden hat und wir dazu noch gatherer machen. Das alles zu vereinbaren ist sehr schwierig. Aufgrund dessen haben wir alle unsere Diplomarbeit ein paar Monate nach hinten verschoben, um uns für gatherer ein bisschen Zeit zu schaffen.

Gerade ich als CEO bin zudem sehr viel auf Veranstaltungen unterwegs, um zu netzwerken, die App zu promoten und zu präsentieren. Die Zeit, die ich in diese wichtige Arbeit stecke, fehlt mir aber, um an der App weiter zu programmieren. Kurz vor der Beta-Phase haben wir uns deshalb selbst eine Event-Sperre auferlegt und uns für zwei Wochen komplett zurückgezogen, um Zeit zum Programmieren zu haben und die App weiter entwickeln zu können. Dadurch ist es uns gelungen, die Beta-Version von gatherer Ende Juni zu launchen.

Wie geht es nun weiter?

Die nächsten kleinen, geplanten Schritte sind, das Feedback das wir über den Sommer von der Beta-Phase bekommen, einzuarbeiten und ein paar Features zur App hinzuzufügen. Danach soll die finale gatherer-Version im September in den App-Stores angeboten werden.

Zudem werden wir Gespräche mit potenziellen Businesskunden aus der Freizeit- und Unterhaltungsindustrie führen. Wir wollen deren Anforderungen und Bedürfnisse bezüglich der App kennenlernen, da wir unser Service auch als Software Development Kit (SDK) anbieten möchten. Unternehmen sollen damit ein Terminfindeservice in ihre eigenen Apps integrieren können. Im Herbst wollen wir die Firma offiziell gründen, dann können wir uns vorstellen, auch die großen Player auf dem Markt zu erreichen, die schon Millionen von Downloads haben, um uns so eine große Community aufzubauen. Im September starten wir mit gatherer zunächst in Österreich, Deutschland und der Schweiz, für den Januar 2016 haben wir dann eine weitere Internationalisierung geplant.

Wir wollen uns auch auf den großen App-Märkten in Großbritannien, Nordamerika, China und Russland etablieren. Falls wir im Herbst in London bereits eine Pitching-Möglichkeit bekommen sollten, ist es aber durchaus denkbar, dass wir diesen Schritt vorziehen und es schon ab Oktober eine englische Version unserer App geben wird.