Was sollte man vor der Gründung eines Unternehmens bedenken?

Dr. Rößl: Der Kernpunkt ist: Habe ich eine Geschäftsidee, die Probleme löst und für die Leute bereit sind Geld zu zahlen? Das ist etwas, was ein Unternehmer klar beantworten können muss: Warum sollte der Kunde meine Leistung in Anspruch nehmen und nicht die vom Konkurrenten?

Wie kann ich am Anfang der Unternehmensgründung das Risiko minimieren?

Dr. Rößl: Man kann natürlich Unternehmensgründungen so gestalten, dass sie relativ risikolos sind. Allerdings entgehen einem dann auch viele Möglichkeiten und Gelegenheiten zur Innovation. Die Frage der Partner ist ein entscheidender Punkt. Es ist zum Beispiel ein Kardinalfehler, wenn ich jemanden auswähle, der das Risiko schlecht einschätzen kann und es dann vielleicht zu hoch bewertet, weil er unsicher ist.

Das gilt für die Finanzierung, die Frage ob ich alleine oder im Team ein Unternehmen gründe oder beim ersten Mitarbeiter – wichtig ist zu überlegen: Mit wem lasse ich mich ein?

Wer kann mir in der ersten Zeit der Unternehmensgründung helfen?

Dr. Frank: Es macht Sinn, gerade am Anfang nicht alles selber machen zu wollen. Der Tag hat auch für den Gründer nur 24 Stunden. Dinge wie Lohnverrechnung, Buchhaltung und dergleichen können nach außen abgegeben werden.

Dr. Rößl: Man muss hier einschätzen: Wie viel Zeit kostet es mich und wie viel Zeit kostet es einen Profi? Die Kernaufgabe des Unternehmers ist es, sich um die Aspekte seines Produktes zu kümmern, die für den Absatzerfolg zentral sind.

Wie kann ich zu Beginn hohe Fixkosten vermeiden?

Dr. Rößl: Vieles kann man anfangs mit Miete abdecken, zum Beispiel die Büroräumlichkeiten, auch manche Maschinen. Einen Teil des Personalbedarfs über Leiharbeitskräfte abzudecken wäre eine weitere Möglichkeit. Der erste Mitarbeiter ist aber ein sehr entscheidender Erfolgsfaktor, da er oft das Aushängeschild des Unternehmens ist - den sollte man sich genau aussuchen.

Dr. Frank: Wenn ein Gründer alles gleich selber anschaffen würde, wären das enorme Investitionsausgaben, die am Anfang finanziert werden müssen – das schaffen die wenigsten. Die meisten sind ohnehin ein reines Ein-Personen-Unternehmen, typischerweise im Dienstleistungsbereich – im Allgemeinen ist die Gründungsgröße in den letzten Jahren gesunken.

Wie wichtig ist der Businessplan bei der Unternehmensgründung?

Dr. Rößl: Ein Businessplan ist natürlich eine wichtige Voraussetzung. Aber ich muss mein Konzept auch erklären können. Der Kern ist: Man muss mit dem Businessplan zeigen, dass man analytisch denken kann, dass man aus Zahlen die richtigen Schlussfolgerungen ziehen kann.

Dr. Frank: Die Qualität des Businessplans kommt im Grunde aus dem Marktforschungsteil. Ich muss meinen typischen Kunden klar beschreiben können, wissen, wie viele es davon gibt und wie viele ich in dem Aktionsradius, den ich anstrebe, erreichen kann. Oft wird im Businessplan auch vergessen, dass der Unternehmer und seine Familie auch leben müssen. Da macht es Sinn, ein gewisses Budget für das Privatleben einzuplanen.