Unternehmensgründer und die heimischen Klein- und Mittelbetriebe sind zwei kommunizierende Gefäße: Die anhaltend starke Gründungsdynamik in den vergangenen 10 Jahren hat eine solide Basis dafür gelegt, dass eine Vielzahl der ehemaligen Unternehmensgründer nun  als KMU hoch erfolgreich tätig sind. Neben klassischen Start-ups sind das Betriebe aus Gewerbe und Handwerk, Handel und Tourismus, die mit innovativen Produkten reüssieren oder sich wie im Falle der Kreativwirtschaft durch kluge Dienstleistungen sinnvoll ergänzen und einen neuen Fokus in den wirtschaftlichen Alltag bringen.

Diese KMU sind es auch, die in ihrer Vielzahl als Rückgrat unserer Wirtschaft fungieren. Allerdings spüren sie die schwächelnde Konjunktur, eine hohe Belastung aus Bürokratie und Abgaben und ein immer engeres Korsett aus Vorschriften auch deutlich stärker als Großbetriebe.    

KMU stärken und entlasten, Zukunftsfragen stellen

Anstatt sich Spielräume für die Zukunft zu schaffen, hinken wir hinter her.  Und das spüren unsere KMU. Was wir brauchen, sind Zukunftsstrategien: Wegweiser, wohin wir eine Innovationsstrategie für den Mittelstand entwickeln wollen, Stichworte: Digitalisierung, Ausbildung, neue Branchen. Wegweiser, was neue betriebliche Strukturen anlangt - Stichwort: Coworking – und wie wir diese neuen Formen des Unternehmertums abseits üblicher Maßnahmen finanzieren – Stichwort: Beteiligungsfreibetrag.

Wir brauchen aber auch Wegweiser, die vorgeben, wie wir etablierte KMU stärken, Arbeitgeberbranchen entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, sich erfolgreich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Denn KMU werden immer hochwertigere Produkte und Dienstleistungen anbieten – dazu bedarf es aber einer engeren Vernetzung von Forschung und Praxis, um rasch wissenschaftliche und wirtschaftliche Fortschritte umsetzen zu können.

Klares Bekenntnis zur dualen Ausbildung

Angesichts dieser Herausforderungen gilt es umso mehr, den grundsätzlichen Wert der heimischen KMU hervor zu streichen: Sie sind diejenigen, die Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Regionen nachhaltig sichern. So banal das klingt, so weitreichend sind die Effekte, die KMU für den österreichischen Wirtschaftsstandort haben.

Dies wird am Beitrag der KMU zur dualen Ausbildung deutlich. Nicht zuletzt verfügt Österreich über eine der niedrigsten Quoten bei der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und fährt regelmäßig Top-Platzierungen bei internationalen Wettbewerben ein. In aller Deutlichkeit erfordert dies aber auch, Strukturen zu stärken, die das System der dualen Ausbildung sichern und festigen.

Rahmenbedingungen durch Reformen und Investitionsanreize verbessern

KMU 2016 bedeutet nicht alt gegen neu oder Paradebetrieb gegen Start-up. Vielmehr bedeutet KMU heute, dass die Rahmenbedingungen derart gestaltet sein müssen, dass beide viel  stärker noch als heute verzahnt miteinander arbeiten können.  Deshalb sagt die Wirtschaft Ja zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeit und Nein zu einer Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden.

Wir müssen Arbeitskosten attraktiv halten - eine 35-Stunden Woche bringt keine zusätzlichen Jobs wie das Beispiel Frankreich zeigt. Wir sagen Ja zu Investitionsanreizen, denn die Investitionen dümpeln in Österreich noch immer auf dem Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise! Und Ja zu einer deutlichen Reduktion bürokratischer Vorschriften. Ein striktes Nein gilt jedoch allen Forderungen nach neuen Belastungen.  

Der Punkt ist: Politik muss auf allen Ebenen wieder verstärkt ein Möglichmacher sein.  Vor allem und auch für KMU.