In der Tourismuswirtschaft führt die Alpenrepublik mit den pro Kopf Einnahmen das internationale Ranking an. Der Fremdenverkehr ist, mehr noch als andere Branchen darauf angewiesen, dass die Landschaft und die Umwelt, die wichtigsten Pfunde mit denen Österreich wuchern kann, erhalten bleiben.  Zunehmend werden im Tourismus deshalb nachhaltige Strukturen in Betrieben eingeführt.

Längst haben Unternehmer erkannt, dass Nachhaltigkeit kein abgedroschener Marketingbegriff ist, sondern eine Unternehmensstrategie, die - richtig eingesetzt – dazu dient, die Umwelt zu schonen, aber auch langfristig Erträge zu steigern. Nach einer aktuellen Umfrage sind 59 Prozent der Hotelgäste bereit, für ein umweltfreundliches Hotel mehr zu bezahlen. Dass Nachhaltigkeit kein Verzicht auf Komfort und Behaglichkeit bedeutet, zeigt das Beispiel des Unternehmer-Ehepaares Ulrika und Markus Gutheinz, die im Tannheimer Hochtal in Tirol das Hotel Jungbrunn führen.

Nachhaltigkeit kein Marketingbegriff

„Der verantwortungsvolle Umgang mit allen Ressourcen ist unsere tägliche Aufgabe. Wir möchten unseren Gästen einen Aufenthalt auf höchstem Niveau bieten – ohne das sie sich über die Umwelt Gedanken machen müssen, denn das übernehmen wir für sie.

Als innovatives Alpines Lifestyle Hotel wurde für unser Haus eine Klimabilanz erarbeitet, mit den daraus entwickelten unterschiedlichsten Maßnahmen möchten wir einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten“, erläutert Markus Gutheinz die Strategie des Hauses, das zu den führenden, familiengeführten Wellnesshotels Österreichs gehört.

Durchdekliniert und nachhaltig

Von der Innenausstattung, über die Energieversorgung, die Müllvermeidung und Entsorgung bis hin zur regionalen Küche reicht die Nachhaltigkeitsstrategie des Hauses.

Bei der Innenausstattung des Hauses kommen Materialien aus der Region zum Einsatz. Stadlholz alter Heustadl als Wandverkleidung und für die Möbel, oder der Lehm-Stroh-Mineralputz zur Klimatisierung der Räume.

„Unsere Energie kommt zu 100 Prozent aus nicht fossilen Brennstoffen. Auf unser Betreiben wurde vor einigen Jahren ein Holzhackschnitzelheizkraftwerk gebaut, das mit Fernwärme unseren Betrieb und viele andere Häuser in Tannheim beheizt. Beim Neubau unseres Spa- und Wellnesscenters wird Erdwärme genutzt, die mittels eines Wärmetauschers im Winter heizt und im Sommer kühlt. Die Wände wurden mit Recycling-Glas verkleidet, was ebenso zum gesunden Raumklima beiträgt“, berichtet Markus Gutheinz stolz.

Bei der Lage des Hotels im Tannheimer Hochtal werden – soweit es aufgrund der exponierten Lage möglich ist - regionale Erzeuger in das Lieferantennetz des Hotels mit eingebunden. Dies gilt vor allem für Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukte, saisonales Obst, Gemüse und Kräuter, Pilze sowie Forellen und Saibling, die aus dem Tal stammen.

Ohne Mitarbeiter geht es nicht

„Eine Nachhaltigkeitsstrategie besteht vor allem in den Mitarbeitern, die helfen sie mit umzusetzen“, ergänzt Ulrika Gutheinz. „Dafür setzen wir uns ein und wollen Vorreiter sein. So werden Schulungen, Workshops und Seminare für alle Mitarbeiter auf allen Ebenen in allen Abteilungen angeboten sowie Einzel-Coachings im Bereich des mittleren Managements.

Außerdem erfolgen Produkt- und Qualitätsschulungen für alle Mitarbeiter auch Abteilungsübergreifend, denn die Gästebetreuung steht bei uns an erster Stelle.“ Zur Nachhaltigkeit und zur sozialen Verantwortung des Unternehmens gehört auch die starke Verankerung in der Region. So ist das mittelständische Unternehmen aufgrund der positiven wirtschaftlichen Zahlen eine verlässliche Größe und trägt wesentlich zur Fort- und Weiterbildung junger Menschen bei. Zur Zeit sind beispielsweise sieben Lehrlinge beschäftigt.