Die Geschichte des österreichischen Bieres ist älter als Österreich selbst. Während „Ostarrichi“ erstmals 996 n. Chr. urkundlich erwähnt wird, lassen sich die ersten „Bierdienste“ bereits rund 200 Jahre früher nachweisen. Die Bauern waren ihren Lehensherren abgabenpflichtig, auch in der Form von Bier oder Hopfen. Zur selben Zeit führten die vielen aufkommenden Klosterbrauereien zu einer stetigen Verfeinerung der Braukunst.

In den Klöstern sorgte das Getränk für volle Kassen und Mägen. Denn mit einem solchen ließ sich die Fastenzeit deutlich leichter überstehen. Laut dem lateinischen Sinnspruch „Liquidum non frangit jejunum!“ galt: Flüssiges bricht Fasten nicht! Und der Volksmund weiß nach wie vor: „Drei Bier san auch a Mahlzeit.“ 

Von Schwechat in die Welt

Die Zusammenlegung der Hausbraurechte und kleinen gewerblichen Brauereien im 18. Jahrhundert bildeten das Fundamente der Entwicklung der Brauindustrie. Neben der ausgezeichneten Qualität der heimischen Rohstoffe – Braugerste, Hopfen und Wasser – verhalf auch ein gewisser Anton Dreher österreichischem Bier zu seiner hohen Qualität und Beliebtheit.

Dem findigen Schwechater Braumeister gelang es als Erstem, ein untergäriges Lagerbier herzustellen. Sein Werk sollte zuerst die Wiener Wirtshäuser und dann die gesamte Welt im Sturm erobern und das Brauereiwesen von Grund auf revolutionieren.

Rosige Zukunft für das Hopfengold

Schon zur Zeit der Klosterbrauereien war Bier ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das gilt heute umso mehr. Jährlich werden in Österreich 1,9 Milliarden Krügerl gebraut. Das entspricht 206 Krügerl pro Kopf. Damit spülen die Brauereien jährlich 700 Millionen Euro an Steuern in die Staatskassen.

Nicht nur hängen viele tausende Jobs an der Bierproduktion, diese hat auch ein völlig neues Berufsbild entstehen lassen: den Biersommelier. Nirgendwo in Europa ist der Ansturm auf die Ausbildung so groß, wie im „Bierland Österreich“. Damit ist sichergestellt, dass Qualität, Vielfalt und Bedeutung heimischer Bierkultur weiterhin zunehmen werden.