Welche Geschichte steckt hinter Lingenhel?

Für mich war von Anfang an klar: Greißlerei – das ist mein Leben! Es gibt für mich nichts Schöneres, als in Italien den besten Prosciutto, in Spanien den genialsten Iberico und in Frankreich den tollsten Ziegenkäse zu finden. Zusammen mit Robert Paget, einem langjährigen Freund von mir, ist dann die Idee entstanden, eine Stadtkäserei zu eröffnen.

Eine mutige Idee – immerhin ist Wien international nicht unbedingt als Käsehochburg bekannt, oder?

Käse ist Leidenschaft! Käse ist ein Produkt, das sich permanent verändert und selber in Produktion zu gehen, ist das wirklich Spannende. Wir machen hier etwa einen Ziegenfrischkäse wie auch schon die Großmutter früher am Land. Das ist dann tatsächlich ein Frischkäse und nicht einer, der noch 45 Tage haltbar ist. Und wir produzieren heute für morgen und morgen für übermorgen.

Welche Herausforderungen, aber auch Chancen, stehen Ihnen gegenüber?

Der Weg, bis du aufsperren kannst, ist wirklich ein langer – gerade was die Betriebsanlagengenehmigung betrifft. Das musst du finanziell erst einmal aushalten. Aber in dem Moment, wo du aufsperrst, vergisst du das wieder, weil es dir einfach wirklich Spaß macht, was du tust. Es ist einfach toll, wenn du am Abend im Restaurant bist, strahlende Gesichter siehst und Gäste dir sagen, dass dein Lokal ihr verlängertes Wohnzimmer ist.

Stichwort Digitalisierung in der Gastronomie: Inwieweit helfen moderne Tools, um vielleicht auch Arbeitsprozesse zu erleichtern?

Du brauchst als Gastronom einfach ein ordentliches Controlling und Bestellwesen, das auf Knopfdruck funktioniert. Ich sehe auch alles, was im Bereich Registrierkasse und moderne Kassensysteme passiert, sehr positiv. Außerdem nutze ich Facebook und Instagram sowie eine Website, die wirklich auch für unsere KundInnen und Gäste einen Mehrwert haben soll. Für den Gast ist es einfach auch super „easy going“, wenn er online eine Reservierung machen oder etwa einen Käsekurs buchen kann.

Moderne Lösungen für einen Betrieb mit ganz viel(en) Geschichte(n) also. Wie sehen Sie die Zukunft?

Die Gastronomie, der Einzelhandel und im Speziellen eine Käserei ist immer eine Reise. Für mich ist es wahnsinnig wichtig, die Leute zu kennen, die hinter den Produkten stehen, die wir verkaufen. Diese Geschichten erzähle ich dann auch gern hier im Geschäft und im Restaurant. Wir stehen für Purheit und Authentizität und stellen uns auf unsere Produkte immer individuell ein.

Mal schauen, wohin uns diese Reise in der Zukunft führen wird. Auf jeden Fall versuchen wir, ein Gast-Haus und kein Wirts-Haus und immer voll und ganz für unsere Gäste da zu sein.