In der Gastronomie – aber auch in vielen anderen Branchen – sind die MitarbeiterInnen eine enorm wichtige Konstante, die nicht selten über den Unternehmenserfolg entscheidet. Dabei gilt: Ein Mitarbeiter, der sich wohlfühlt und sich mit seinem Arbeitgeber identifizieren kann, engagiert sich in der Regel gern und stärker als andere, gleichzeitig vermittelt er den Gästen außerdem ein positives Gefühl.

Und selbst wenn es einmal nicht so gut läuft, stehen loyale Arbeitnehmer meist zu ihrem Unternehmen und helfen diesem bereitwillig durch schwere Zeiten hindurch. Um derart gute Fachkräfte zu finden und an sich zu binden, bedarf es heutzutage jedoch nicht mehr nur eines guten Gehaltes – stattdessen zählen etliche zusätzliche Faktoren, die Gastronomen unbedingt im Auge behalten sollten.

Antrieb im Betrieb

Menschen werden generell von innen und von außen motiviert. Innere (intrinsische) Motivation entsteht um seiner selbst willen und ist oft abhängig vom Spaßfaktor oder der Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit. Die äußere (extrinsische) Motivation hängt von äußeren Faktoren wie Entlohnung oder Arbeitsklima ab. Auch flexible Arbeitszeiten, kostenlose Getränke oder ein emotionaler Draht zum Arbeitgeber können zu solchen Motivatoren gehören.

Ein offenes Ohr für MitarbeiterInnen, unbedingte Loyalität, regelmäßige Mitarbeitergespräche und ein Umgang auf Augenhöhe sind Voraussetzung für ein positives Arbeitsklima. Im besten Fall teilt das Personal die Vision und Philosophie des Unternehmens und wird um konstruktive Kritik bzw. Verbesserungsvorschläge gebeten. Die Verbundenheit zum Lokal entscheidet über die Arbeitseinstellung der MitarbeiterInnen und letztlich das Image der Einrichtung. Immer ist auch die Vorbildwirkung des Chefs einladend.

Ambiente in der Arbeit

Die Arbeitsatmosphäre ist entscheidend für motivierte Angestellte. Hierfür ist es notwendig, dass die Arbeit Spaß macht und ein offener Umgang herrscht. Klare Regeln und ein herzlicher, aber vor allem fairer Umgang kennzeichnen das Betriebsklima. Aktives Briefing ist hier wichtig. Besonders gut ist es, wenn sie auch übergreifend stattfinden, sodass sich Küchen-, Bar- und Serviceteams untereinander abstimmen können.

Genauso wichtig ist das De-Briefing: Ein Chef oder die Führungskraft sollte fragen, wo es Verbesserungsbedarf gibt und welche Vorschläge MitarbeiterInnen dafür haben – und das sowohl mit als auch ohne zusätzliche Investitionen.

Nicht nur im Gastraum, auch in der Küche lässt sich mit effektiver Lichtsetzung und schalldämpfenden Materialien ein wenig mehr Wohlfühlatmosphäre generieren. Auch ein bisschen gute Musik kann hier die Arbeitsstimmung aufhellen. Und einen Personalbereich, der mehr als eine Umkleide ist, eine Raucherecke, die nicht aus Mülltonnen und leeren Obstkisten besteht, separate Sitzgelegenheiten und Orte für den kleinen Rückzug, wie sie in vielen Büros heute geschaffen werden, sollten auch in der Gastronomie Platz finden.

Gerecht gerechnet

Faire Rahmenbedingungen tun natürlich das Ihrige dazu. Eine angemessene Entlohnung der MitarbeiterInnen spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Verteilung des Trinkgeldes. Ein heikles Thema, das unbedingt der Kenntnis der aktuellen Rechtslage bedarf, um eine geeignete und gerechte Lösung finden zu können.

Auch Arbeits- und Pausenzeiten stellen einen solchen Knackpunkt dar: Überstunden und fehlende Pausenzeiten sind keine Seltenheit in der Branche. MitarbeiterInnen nach stressvollen Zeiten auch zu entlasten und Arbeitszeiten gerecht auf alle aufzuteilen, ist ein Must für erfolgreiche Gastronomiebetriebe.

Das Fortbildungsangebot im gastronomischen Bereich ist enorm hoch und reicht von zertifizierten Weiterbildungen bis zu informellen Möglichkeiten, frischen Wind zu schnuppern. Neben Schulungen und Workshops gibt es mittlerweile zahlreiche Koch- und Cocktailwettbewerbe, bei denen Mitarbeiter ihre „Skills“ unter Beweis stellen und sich mit Kollegen austauschen können.