Österreich gilt als das Land der Biertrinker. Und der Bierbrauer. In über 200 Brauereien werden die verschiedensten Biersorten hergestellt, Bier gilt hierzulande als das beliebteste alkoholische Getränk. Doch ein Aspekt der Bierherstellung wird beim Genuss des edlen Gerstensafts gern vergessen: Der hohe Energiebedarf während der Herstellung.

Denn während des Brauprozesses werden in der Regel riesige Mengen fossiler Brennstoffe benötigt. Deren Verbrennung verursacht einen immensen Ausstoß an CO2. Kein schöner Gedanke, der den Genuss doch ein wenig trüben könnte. Doch die Biererzeugung muss nicht immer schlecht für die Umwelt sein. Durch neue Techniken kann es gelingen, den CO2-Ausstoß während des Herstellungsprozesses massiv zu verringern.

Niedertemperatur-Prozesswärme

Ja, was ist das denn? Unter dem Begriff Niedertemperatur-Prozesswärme versteht man den Einsatz des Niedrigenergie-Prinzips. Beim Aufkochen von Brauwasser, Hopfen und Malz wurde bisher 165°C heißer Wasserdampf benötigt, der aufwendig und mit immensem Einsatz fossiler Energien hergestellt werden musste. Beim Prinzip der Niedertemperatur-Prozesswärme wird dafür nicht mehr der Wasserdampf, sondern 115°C heißes Wasser verwendet.

Damit die Herstellung gleich wie bisher weiterlaufen kann, müssen alle Pfannen und Bottiche energieeffizient umgerüstet werden. Auf diese Art des Brauens kann innerhalb eines Jahres die immense Menge von 750.000 Liter Heizöl eingespart werden.

Biomasse aus der Region

Doch irgendwo muss die Wärme ja herkommen, um das Wasser für den Brauprozess ausreichend stark zu erwärmen. Auch da gibt es durchaus gute Ideen, um das Verbrennen von kostbaren, fossilen Brennstoffen einzudämmen oder gänzlich unnötig zu machen.

Etwa durch die Hinwendung zu Biomasse-Kraftwerken, die in vielen Gemeinden auch für Privathaushalte zur Verfügung stehen. Hinzu kommt dass diese Heizkraftwerke im Idealfall mit Holz aus der Region beheizt werden. Noch ein Schritt hin zum umweltschonenden Biergenuss. Denn ökologisch schmeckt einfach am besten.