Die geplante Steuerreform bringt ab dem nächsten Jahr auch Änderungen für die Fahrer von Dienstwagen mit sich. Heute bezahlen Angestellte für die private Nutzung ihres Dienstautos einen Sachbezug von eineinhalb Prozent der Anschaffungskosten pro Monat, maximal bis zu 720 Euro. Ab 2016 wird dieser Steuersatz auf zwei Prozent angehoben, mit einer Deckelung von 960 Euro. Der jeweilige Betrag wird zum Bruttogehalt hinzugezählt und in der Folge versteuert. Rund 150.000 Österreicherinnen und Österreicher besitzen einen Dienstwagen mit Sachbezug, laut Berechnungen der Steuerreformkommission wird die Erhöhung rund 75 Millionen Euro mehr Steuereinnahmen bringen.

Wagen mit geringerem CO2-Ausstoss ausgenommen

Wer mit einem umweltfreundlicheren Wagen fährt, ist von der Steuererhöhung ausgenommen. Dienstwagen, welche einen CO2-Ausstoß von weniger als 120 Gramm pro Kilometer haben, werden wie bis anhin mit eineinhalb Prozent des Anschaffungspreises pro Monat besteuert. Wer also ab nächstem Jahr nicht wesentlich mehr Steuer bezahlen möchte, achtet bei der Wahl des Dienstwagens auf die Emissionswerte. Mittlerweile hat jeder Hersteller Modelle im Programm, die den Grenzwerten gerecht werden.
Auch der Kaufpreis stellt einen Richtwert dar: Bisher entsprach die Obergrenze von 720 Euro für den Sachbezug einem Kaufpreis von 48.000 Euro. Ein teurerer Kaufpreis führte nicht zu mehr Steuerkosten. Mit der neuen Obergrenze von 960 Euro fallen nun allerdings auch einige teurere Wagen unter die Mehrbesteuerung, die vorher nicht betroffen waren. Allerdings gilt dies nur für Fahrzeuge, welche mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.

Neue Bescheidenheit

Damit man steuerlich gesehen künftig nicht tiefer in die Tasche greifen muss, sollte man beim Kaufpreis darauf achten, unter 48.000 Euro zu bleiben und die 120 Gramm CO2/Kilometer-Regelung bedenken. Bei größeren Modellen sind es nur die Dieselfahrzeuge, die unter 120 Gramm bleiben, während mehr PS bei weniger CO2-Ausstoss dann auch nur die Hybridfahrzeuge schaffen, welche übrigens trotz Elektromotor nicht von der Regelung ausgenommen sind.

Eine neue Bescheidenheit ist also angesagt. Während Kleinwagen und Kompaktklassen locker unter der neuen Grenze bleiben, schafft es auch so mancher Wagen aus der vierzylindrigen Mittelklasse ebenfalls, unter der Hürde zu bleiben. Für alles was darüber liegt, wird die Luft dünner. Wagen mit sechs oder mehr Zylindern schaffen die 120 Gramm-Hürde nicht, und auch große Vans, SUVs und Allradwagen bleiben meist chancenlos. Aufgrund der steuerlichen Mehrbelastung werden im Dienstwagen-Sektor die protzigen Käufe wohl in Zukunft eher ausbleiben. Autosuch-Websites haben teils bereits einen Filter eingebaut, mit welchem man gezielt nach seiner Lieblingsmarke und dem jeweiligen Modell in der steuerschonenden „unter 120 Gramm CO2-Variante“ suchen kann.