Lisa Martinek ist eine deutsche Schauspielerin. Neben Engagements an den Schauspielhäusern Leipzig und Frankfurt und dem Deutschen Theater Berlin ist sie bekannt für ihre Film- und Fernsehrollen. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Berlin und München.

Die Reisen ganz entspannt in den Alltag zu integrieren ist für Lisa Martinek wesentlich. Am liebsten reist sie deshalb mit dem Zug.

Wie reisen Sie am liebsten?

Ich reise am liebsten in Ruhe. Weil ich auch oftmals mit meinen Kindern reise, ist es wichtig, dass da keine Hektik an den Tag gelegt wird. Am liebsten und meisten reise ich mit dem Zug, das bringt schon eine Ruhe mit sich, weil man dann oft auch mehrere Stunden im Zug sitzt. Wenn ich nicht so viel Zeit habe und es schneller gehen muss, dann fliege ich. Manchmal nehmen wir auch das Auto.

Sie sind Botschafterin einer Initiative, die sich für den CO2-Ausgleich einsetzt. Wie kam es zu Ihrem Engagement für grünes Reisen?

Ich wurde dafür angefragt. Wenn ich mich für etwas einsetze, dann schaue ich immer ganz genau, was das Engagement beinhaltet und welche Werte ich damit vertrete. Ich finde es toll, wenn man sich für Dinge einsetzt, aber wenn es zu viel ist, dann ist das nicht mehr überzeugend. Ich finde es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie oft und welche Strecken man fliegt. Natürlich kann man, wenn man geflogen ist, die Luftverschmutzung nicht mehr rückgängig machen, aber man kann an einem anderen Ort dafür einen Ausgleich schaffen.

Wie realisieren Sie umweltfreundliches Reisen privat und    beruflich?

Es ist letztlich so: je weniger man reist, desto besser für die Umwelt. Ich versuche, in der Stadt das Auto gar nicht zu benutzen. Der Benzinverbrauch ist da am höchsten und tatsächlich ist das Fahrrad in der Stadt einfach wesentlich praktischer. Ich liebe unser Auto, es ist familienfreundlich und hat einen geringen Verbrauch, das war mir wichtig. Ich muss in meinem Job viel reisen, wenn immer möglich mache ich das aber mit dem Zug.

 

"Wenn man langsam reist und das Land intensiv erleben und kennenlernen möchte, kommt man oft nur sehr langsam voran und lernt flächenmässig weniger vom Land kennen – das dann dafür aber umso intensiver."

 

Bei Ihren Reisen nehmen Sie ja auch Ihre Kinder mit. Wie bringen Sie Familie und Reisen unter einen Hut?

Wir sind sehr geübt, denn Reisen war schon immer ein großes Thema in der Familie. Ich kann gut organisieren und packen und bleibe auch in stressigen Situationen ruhig. Wichtig ist, dass man den Tagesablauf nicht zu sehr durch-
einanderbringt. Ich würde nie mit einem Kind abends um neun in den Flieger steigen, das ist viel zu anstrengend. Ich achte sehr auf den Rhythmus der Kinder. Wenn ich beispielsweise mit dem Zug reise, dann schaue ich, dass wir vielleicht erst mal zwei Stunden lesen und spielen können, dann gibts Mittagessen, dann wird ein bisschen geschlafen, dann nochmal eine Stunde gespielt und dann sind wir da.

Worauf können Sie auf Ihren Reisen nicht verzichten?

Auf meinen Schlaf. Und auf eine Zeitung. Ich habe auch eine Bahncard für die erste Klasse, das ist ein Luxus, den ich sehr geniesse. Gerade wenn der Zug überfüllt ist und man viel reisen muss, ist das ein Genuß, in Ruhe dort zu sitzen und die Zeitung zu lesen. Es ist schön, das zu haben.

Welche Orte waren die einprägsamsten, die sie schon bereist haben?

Wir reisen gerne und haben bevor die Kinder da waren, versucht, jedes Jahr mindestens drei, vier Wochen weg zu sein. Da haben wir immer nur den Flug gebucht und vor Ort dann geschaut, wie wir individuell das Land erkunden können. Thailand war unglaublich schön und sehr beeindruckend, und auch Vietnam und Australien. Dort muss ich auch unbedingt noch einmal hin. Wenn man langsam reist, kommt man nur langsam voran, ansonsten reist sie sehr viel und sehr entspannt und lernt flächenmäßig weniger vom Land kennen – das dann dafür aber umso intensiver.

Kann man tatsächlich sagen, dass man die beste Bildung auf Reisen findet?

Ich finde der Spruch hat tatsächlich was. Australien zum Beispiel war für mich, überspitzt gesagt, nur ein Begriff, ich wusste nicht viel über das Land. Aber wenn man dann dort ist, dann riecht man, schmeckt man, erlebt man das, was erstmal nur ein Fleck auf der Weltkarte war. Es ist ein großer Unterschied, ob man etwas in einem Buch liest oder ob man tatsächlich dort ist. Es wird anschaulich. Greifbar. Reisen erweitert auf jeden Fall den Horizont.