Leasing hat sich in Österreich in den letzten Jahrzehnten zu einer etablierten Finanzierungsform entwickelt und findet immer größere Verbreitung. Besonders von KMUs wird Leasing sehr stark nachgefragt. Denn Leasing steht für eine attraktive Möglichkeit, notwendige Investitionen zu realisieren, und bietet dafür vor allem für mittelständische Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen an.

Zahlreiche Vorteile durch Leasing

Die Anschaffung von Wirtschaftsgütern stellt für jedes Unternehmen ein erhebliches finanzielles Risiko dar. Darauf wollen sich immer weniger Betriebe einlassen und suchen eine geeignete Lösung. Leasing ist eine Finanzierungsalternative, die es ermöglicht ein Wirtschaftsgut zu nutzen, ohne dieses zu kaufen. So überlässt der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen Bezahlung eines bestimmten Geldbetrags ein Objekt zur Nutzung.

Das gewerbliche Leasing ist sowohl für kleine, mittelständische als auch große Unternehmen geeignet. Für Unternehmer ergeben sich aus einem Leasingvertrag sowohl steuerliche als auch bilanzielle Vorteile: so kann das Leasingentgelt steuerlich abgesetzt werden und das Leasingobjekt scheint in der Bilanz des Leasingnehmers nicht auf. Durch Leasing werden aber auch spezielle Dienstleistungen wie z.B.: Fuhrparkmanagement ausgelagert. Auf diese Weise können sich KMUs und Freiberufler ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und von den Kostenvorteilen der Leasingspezialisten profitieren.

Gut für das Scoring- und Ratingergebnis der Bank

Dies ist aber nur einer der vorteilhaften Aspekte, die für Leasing sprechen. Hinzu kommt, dass bei Leasing weder der Leasinggegenstand selbst noch die Leasing-“Verbindlichkeiten“ zu einer Verlängerung der Bilanzsumme im eigenen Unternehmen führen und sich somit die knappe Eigenkapitalquote trotz Investition nicht verschlechtert. Das wirkt sich wiederum gut auf das Scoring- bzw. Ratingergebnis bei der Bank aus, weil die Eigenkapitalquote hierauf in aller Regel einen wesentlichen Einfluss hat. Ein weiterer Vorteil: durch den Ansatz eines sogenannten Restwerts nach Ablauf der Leasingdauer kann die monatliche Belastung der Liquidität minimiert werden, weil über die Leasingdauer – anders als beim Kredit – nicht die gesamte Investition amortisiert wird, sondern nur der durch die Nutzung erwartete Wertverlust.

Hebung stiller Reserven durch Sale & Lease back möglich

Wer seit Unternehmergenerationen einen substanziellen, aber unterbewerteten Liegenschaftsbesitz in den Büchern führt, kann durch Sale & Lease back die stillen Reserven heben, indem er die Liegenschaft an eine Leasinggesellschaft verkauft und zurückleast. Der angestrebte Effekt kann gleich mehrfach positiv sein: durch die Aufdeckung der stillen Reserven und den zufließenden Veräußerungserlös wird Liquidität freigesetzt, mit der teure und Sicherheiten bindende Verbindlichkeiten zurückbezahlt werden. Die Bilanzsumme wird um den Buchwert der veräußerten Liegenschaft kleiner, der Veräußerungsgewinn bleibt im Unternehmen und optimiert die Eigenkapitalbasis: damit wird die Eigenkapitalquote gleich von zwei Seiten gestärkt.

Sale & Lease back ist freilich keine Methode für unbedachte Entscheidungen. Dies gehört vorausschauend geplant, wofür auch die Leasinggesellschaften ausreichend Zeit benötigen. Darüber hinaus sind noch die steuerliche Situation und die oft nicht unbeträchtlichen Nebenkosten, u.a. für Schätzgutachten und Abgaben, zu berücksichtigen.

Wie diese Beispiele zeigen, ist die Entscheidung zugunsten von Leasing keine Frage des Geschmacks, sondern kühler betriebswirtschaftlicher Abwägung. Kein Wunder also, dass 2014 in Österreich Fahrzeuge, Maschinen, EDV-Anlagen, weitere Investitionsgüter und Immobilien im Wert von rund 6 Milliarden Euro mittels Leasing finanziert wurden.