Die Marktentwicklung für Erdgasfahrzeuge verläuft kontinuierlich, aber nicht rasant. Anfang Mai 2015 wurde in Österreich das zehntausendste Erdgasauto neu zum Verkehr zugelassen. Mit rund 175 Tankstellen bundesweit ist Österreich im europäischen Vergleich weit überdurchschnittlich gut aufgestellt. Was die Infrastruktur betrifft, gibt es mit Ausnahme Osttirols keine weißen Flecken. Wer also ein Erdgasfahrzeug besitzt, hat nicht mit Versorgungsproblemen zu rechnen.

Viele Vorurteile…

Dennoch kommt das Thema derzeit, bildlich gesprochen, nicht richtig in Fahrt. Das ist wenig überraschend: Während die Automobilindustrie ihre Elektrosparte kampagnisiert, tut sie das für den Bereich Erdgas nur sehr unzureichend. Kein Wunder, dass die vielfältigen, aber allesamt falschen Vorurteile der Bevölkerung – etwa, dass Explosionsgefahr bestünde oder dass man nicht in Tiefgaragen fahren könne – bestehen bleiben. Dabei sind Gasfahrzeuge ebenso sicher wie jedes andere Auto auch.
Der zweite Grund für die langsame Entwicklung ist die mangelnde Unterstützung durch die Politik. Experten vermissen ein Signal zur Unterstützung der deutlich umweltfreundlicheren Antriebsvariante zur Ökologisierung des Straßenverkehrs. Immerhin gibt es aber – noch bis Ende 2015 – einen Rabatt von 600 Euro für alternative Antriebe, bei der Berechnung der NoVa.

...und eine echte Alternative

Erdgasfahrzeuge bieten heute eine breite Palette an Fahrzeugmodellen und sind technologisch längst ausgereift. Damit geht auch einher, dass der ökologische Vorteil des Gasantriebes voll ausgeschöpft werden kann und die so betriebenen Autos deutlich sauberer sind als ihre Vergleichsmodelle, die mit Diesel oder Benzin fahren.
Am deutlichsten wird das, wenn man die Verbrennung betrachtet: Aufgrund seiner chemischen Struktur (CH4) entstehen bei der Verbrennung von Erdgas keine Partikel, also kein Feinstaub.Dazu kommt eine
Reduktion der Stickoxide um bis zu 80 Prozent und bis zu 20 Prozent weniger CO2. Vor allem in Feinstaubhochburgen wie Wien oder Graz, aber auch anderen Städten, können Erdgasfahrzeuge für eine im Wortsinn spürbare Luftentlastung sorgen.
Außerdem kann man Erdgas problemlos durch Biomethan ersetzen, das nicht fossilen Ursprungs ist, sondern sowohl natürlich entstehen als auch technisch erzeugt werden kann. Erdgasautos sind daher genauso nachhaltig unterwegs wie Elektrofahrzeuge, die mit Ökostrom betrieben werden und sauberer als jene, die mit grauem Strom fahren.

Wichtiges Asset: Die Kostenersparnis

Durch die österreichische Steuerreform 2015/16 ändern sich auch steuerliche Details. Bei der Sachbezugsregelung für Dienstfahrzeuge wurde eine CO2-Ausstoßgrenze von 120 g eingeführt. Wer bei der Erstanmeldung des Fahrzeuges unter diesem Wert liegt, muss nur 1,5 Prozent statt 2 Prozent des Kaufpreises als geldwerten Vorteil versteuern.
Gerade als Firmenwagen sind Erdgasfahrzeuge daher besonders attraktiv. Zur vielfach gegebenen steuerlichen Ersparnis kommen die deutlich günstigeren Betriebskosten. Je nach Verbrauch liegt die Ersparnis von Erdgas verglichen mit Benzin bei 30 bis 50 Prozent. Rechnet man regionale Förderungen, oder etwa den Umweltbonus von Herstellern, die bis zu 2000 Euro betragen können, hinzu, so ist ein Erdgasfahrzeug über die übliche Nutzungsdauer in einer Flotte eine spürbare finanzielle Entlastung für jeden Fuhrpark.