Radio ist eine über 100 Jahre alte Mediengattung, die sich als überaus robust erwiesen hat. Egal, welche anderen Medien im Laufe der Jahrzehnte dazugekommen sind – Radio hat seinen Stellenwert zwar verändert, die Bedeutung dieser Mediengattung ist für uns alle aber immer noch immens hoch.

Auch, weil es sich dabei stabil um das Medium mit der höchsten Nutzungsdauer pro Tag handelt. Durchschnittlich hört jeder von uns drei bis vier Stunden Radio jeden Tag. Und das quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten. Egal, ob man die Jugend von 14 bis 29 betrachtet oder die älteren Menschen über 60, Radio ist der Tagesbegleiter Nummer eins und hat im Alltag eine wichtige Funktion.

Angenehm im Hintergrund

Doch woran liegt das? Warum ist das Radiohören immer noch so beliebt? Ein Grund ist sicherlich, dass es im Vergleich zu anderen Medien ungleich einfacher und leichter konsumierbar ist. Man kann es nebenbei fast immer und überall tun und doch drängt es sich nur selten unangenehm auf.

Kaum jemand setzt sich bewusst hin und hört über eine längere Zeit „nur“ Radio. Fast jeder hört es jedoch sehr häufig nebenbei, zusätzlich zu anderen Tätigkeiten. Beim Radio hören geht es aber nicht nur um die Musik. Zusätzlich zum Musikgenuss bietet das Radio einen Mehrwert, etwa den sympathischen Moderator, die nützliche Information über's Wetter und aktuelle Nachrichten aus aller Welt. Und genau da ist Radio den neuen Streaming-Diensten oder dem klassischen Musikhören überlegen.

Musikalische Weiterentwicklung

Denn Musik aus der Konserve gab es schon immer. Seien es Schallplatten, CDs oder MP3-Files. Im Gegensatz zum Radio hören die meisten Leute aber immer dieselbe Musik. Dasselbe Genre, dieselbe Band, Stichwort „More of the same“. Die große Filterblase, über die im Netz so heftig diskutiert wird, gibt es auch bei den Musik-Streaming-Diensten.

Die musikalische Weiterentwicklung fehlt. Musik im Radio ist aber abwechslungsreich. Es werden bewusste Brüche eingesteuert. So kommt der Hörer auf neue Ideen, hört andere Musikgruppen, hört andere Arten von Musik. Und findet vielleicht Gefallen an Liedern, mit denen er ohne Radio nie in Berührung gekommen wäre.

Werbung im Radio

Und genauso wie Radio per se hat auch die Radiowerbung die gleichen Vorteile. Sie ist immer da und wird von den meisten Hörern nebenbei unbewusst wahrgenommen. Denn das menschliche Ohr ist nicht in der Lage, bewusst wegzuhören. Wegschauen ist ganz einfach. Sobald man seine Augen woanders hin richtet, ist Wegschauen erledigt. Wer aber schon einmal bewusst versucht hat, wegzuhören, wird merken, dass es sich dabei um ein schwieriges Unterfangen handelt.

Warum nervt uns etwa Baustellenlärm so? Weil wir uns extrem schwer tun, Geräusche auszublenden. Und genau darin liegt die Stärke von Radiowerbung. Zusätzlich kommt der finanzielle Aspekt hinzu, der für Radiowerbung spricht. Im Gegensatz zu anderen Werbeformen ist Radiowerbung besonders günstig und somit kosteneffizient.

Bilder im Kopf

Radiowerbung schafft es, Bilder im Kopf der Hörer entstehen zu lassen. Und jeder Hörer stellt sich bei gehörten Stichwörtern eine für ihn angenehme Situation vor. Wenn im Radio der Begriff „Traumurlaub“ fällt, denken viele Menschen an weiße Strände und blaues Meer. Andere aber auch an kulturelle Angebote auf Städtereisen oder an Skilanglaufen in Skandinavien.

Beim identen Schlagwort. Diese Absenz der vorgegebenen Bilder, besonders im Vergleich mit anderen Medien, gilt schon lange nicht mehr als Nach-, sondern eindeutig als Vorteil. Radiowerbung individualisiert sehr stark und kommt in jedem Kopf so an, wie es der jeweilige Hörer gern hat.

Faktor Zeit

Radiowerbung und Audiomarketing haben aber nicht nur den Vorteil der guten Steuerbarkeit und der großen Verbreitung. Gute Beiträge sind auch schnell herzustellen. Mit ein paar kreativen Textern und einem Tonstudio ist es innerhalb eines Tages möglich, hochqualitative Radiospots zu produzieren, die genau jene Menschen erreichen, die man erreichen möchte.

Nicht nur auf dem Kostensektor ist das ein riesiger Vorteil. Diese kurze Zeitspanne von der Idee bis zum fertigen Spot macht sich besonders bei kurzfristigen Angeboten bezahlt. Wer heute eine Idee hat, kann morgen den Spot produzieren und übermorgen schon On-Air sein. Das soll ein Videoclip einmal nachmachen.

Digitalisierung

Über zwei Millionen Österreicher hören schon Radio über das Internet. Mit einer riesigen Auswahl an unterschiedlichsten Radiosendern aus der ganzen Welt. Sprich: Der Konkurrenzkampf um das Ohr der Menschen ist im Digitalbereich deutlich höher als im klassischen UKW-Bereich, wo man lediglich zwischen ein paar Sendern wählen kann, die man empfängt.

Doch auch im Webradio-Bereich setzen sich heimische Sender eindeutig durch. Was an den eingangs erwähnten Stärken der Regionalität liegt. Veranstaltungshinweise im Osten Österreichs sind für einen Wiener oder Niederösterreicher einfach spannender als die Bewerbung eines Country-Music-Festivals in Nashville/Tennessee.