Österreich hat mehr zu bieten als nur Tagungsräumlichkeiten

Oft vereinnahmen Kongresse, Seminare und Tagungen Konzentration und Anwesenheit ihrer Teilnehmer derartig, dass diese kaum Zeit finden, ihre Umgebung zu erkunden und lokalspezifischen Besonderheiten aufzuspüren. Was die Stadt oder der Ort ihres beruflichen Aufenthaltes alles abseits des Tagesplans noch zu bieten hat, läuft sprichwörtlich gegen die geschlossenen Türen der Kongresshallen und Tagungsräume.

Schade um den frischen Wind und die neuen Eindrücke, die dem Teilnehmer auf der einen und die Besucherzahlen, die der Stadt auf der anderen Seite da entgehen.

Attraktionen und Angebote

Abhilfe können Rahmenprogramme schaffen, die Dienstleister um den Tagungsablauf herum aufstellen und Teilnehmer genau dort abholen, wo sie sind: häufig ortsunkundig, in einer längeren Pause oder am Ende eines gut gefüllten Seminarprogramms und bereit für eine Abwechslung.

Attraktionen, die zu einem Stadtbesuch einladen, verlockende kulinarische Angebote oder Hinweise, die zu Galerien und anderen Veranstaltungen führen, sind häufig noch viel zu rar veranschaulicht in Kongresszentren.

Solche Rahmenprogramme können sich aber auch an den Jahreszeiten und an Besonderheiten der Regionalkultur und Landschaft orientieren.

Erfährt der Kongressteilnehmer hürdelos, wie er der Stadt auf die sprichwörtliche Spur und in den Genuss von Kunst und Kultur kommen kann, wird ein aktiver und bereichernder Ausklang möglich.

Gastronomische Reize

Auch kulinarisch kann an regionale und saisonale Besonderheiten erinnert werden.

Während in der Steiermark stattfindende Veranstaltung sicher mit Kürbis und all seinen Erscheinungsformen versorgt werden könnten, wären es beispielsweise die Weine und mediterranen Gemüsesorten im Burgenland, die Liebe zu jeder Form von Knödeln in Oberösterreich und Zubereitungsvarianten von Speck in Tirol, die Kongressteilnehmer liebevoll an ihren aktuellen Aufenthaltsort erinnern können.

So entstünde ein umfassenderer Eindruck vom Dienstaufenthalt und bleibende Erinnerungen an mehr als nur trockene Vorträge.

Locus iste

Eine andere Möglichkeit, Kongress und Kultur zu verbinden, liegt in der Wahl der Tagungsräume. Business und Entertainment brauchen beide Podien und was der einen Branche zugute kommt, kann auch für die andere von Vorteil sein.

Meetings und Seminare können also auch gut in Ausstellungsräumen und Veranstaltungsorten konzipiert werden und zu frischem Denken inspirieren.

Wo intensiver Gedankenaustausch stattfinden oder angeregt werden soll, braucht es auch eine entsprechende Atmosphäre. Kultur und Konferenzen sind zwar keine „natural born partners“, beiden wohnt aber ein Eventcharakter inne, der teilweise ähnliche Bedingungen voraussetzen lässt.

Akteure von Business, Wissenschaft, Kunst und Kultur können nur gegenseitig voneinander profitieren, indem sie neue Blickwinkel und Denkräume schaffen, die Publikumsdichte und Wahrnehmungsvielfalt erhöhen und einen symbolischen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen. Dem Teilnehmer wird es so erleichtert, seine menschliche Vielseitigkeit wiederzuentdecken und seinen vielfältigen Interessen gerecht zu werden.

Ganzheitlichkeit in ganz anderer Hinsicht, doch genauso der Gesundheit der Gemeinschaft zuträglich.