Während man es in der Buchhaltung oder in der Produktion mit halbwegs berechenbaren Gegenständen zu tun hat, ist ein Personaler mit sehr wankelmütigen Faktoren konfrontiert: Die meisten Persönlichkeiten sind recht komplex – vor allem im Zusammenspiel mit anderen Menschen im Arbeitsleben.

Deshalb sollten Personaler sich nicht allzu fest an das betriebswirtschaftliche Lehrbuch klammern, sondern auch über den methodischen Tellerrand schauen. Andere wissenschaftliche Disziplinen bieten nämlich Instrumente und Methoden, die im Personalmanagement Früchte tragen können.

Dynamiken berechnen

Bei dem Fokus auf individuelle Personen und Talente, den Personaler grundsätzlich bei ihrer Arbeit haben, geraten manchmal Dynamiken aus dem Blick, die im Betrieb erst durch die Interaktion der einzelnen MitarbeiterInnen entstehen.

Deshalb ist die Mathematik auch nicht allein Sache des Rechnungswesens. Mithilfe mathematischer Modelle lassen sich aus den Zahlen der Personalabteilung Entwicklungen ermitteln, aufgrund derer sich die Zukunft besser planen lässt: Faktoren wie eine Veränderung des Durchschnittsalters der MitarbeiterInnen oder der demographische Wandel lassen sich dann von der Personalplanung berücksichtigen, wenn sie entsprechend für den jeweiligen Betrieb mathematisch entschlüsselt wurden.

Der menschliche Faktor

Es können auch jene Fächer produktiv zum Tragen kommen, die sich insbesondere mit menschlichem Verhalten beschäftigen wie die Soziologie und die Psychologie. Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Verhalten von Gruppen sind unerlässlich, wenn man in der Personalabteilung zielführend arbeiten will.

Auch als Personaler lernt man nicht aus und sollte sich somit stetig weiterbilden. Die Personalabteilungen sollten aber auch selbst das Experiment nicht scheuen und immer wieder Versuche mit den MitarbeiterInnen durchführen, um herauszufinden, wie sich die Zusammenarbeit verbessern lässt. Einen guten Personaler zeichnet also nicht nur Wissensdurst aus, sondern auch Forschergeist.