Sie haben sich mit Ihren Freunden zusammengetan, um als Start-up in der Live Entertainment Branche durchzustarten. Wie kam es dazu?

Das war eigentlich ein Zufall. Meine drei besten Freunde und ich haben in den USA bzw. in Hamburg studiert. Zu dem Zeitpunkt wollten wir eigentlich ein Internet-Start-up machen, konnten aber die Programmierer nicht bezahlen. Daher haben wir uns dazu entschieden, dass wir ein Geschäftsmodell brauchen, das schnell Cashflow generiert. Und so sind wir sofort auf ein Event gekommen, wo wir quasi das eingenommene Geld aus der Abendkasse gleich in ein Tech-Start-up investieren.

Wir wollten jetzt aber nicht irgendwie die tausendste Neunziger-Party, nicht das nächste Best of R'n'B-Ding machen, sondern was ganz Neues. So sind wir dann auf die Paint-Party gekommen. Da haben wir sofort gespürt, dass das etwas Spannendes ist. Um dieses Konzept haben wir dann begonnen, eine Marke aufzubauen, und damit sind wir sehr schnell sehr groß geworden.

Hatten Sie je Zweifel, dass der Erfolg ausbleiben könnte?

Selbstverständlich gab es Momente, wo wir gesagt haben, das ist der größte Quatsch, den wir da machen. Es lief auch nicht immer erfolgreich, wir haben einmal mit einem Event in einer Nacht an die 100.000 Euro verloren. Da hatten wir einfach unsere Hausaufgaben nicht gemacht und haben die Veranstaltung auf das Datum des Champions-League-Finales gelegt.

Uns war aber eigentlich immer klar, dass der Schmerz einer Niederlage oder eines Verlustes nur temporär, aber aufgeben endgültig ist, und das kam für uns nie in Frage. Außerdem haben wir immer gesehen, dass Gäste von unseren Events nach Hause gegangen sind und gesagt haben, dass war der krasseste, verrückteste, schönste Party-Abend meines Lebens.

Was macht für Sie einen gelungenen Event aus?

Bei uns geht es bei der Konzeption schon vordergründig darum, mit welcher Erinnerung der Gast den Abend im Gedächtnis behalten soll. Ich habe da für mich ein paar Parameter festgemacht, die dafür entscheidend sind. Das ist eine Penetration aller Sinne – wie kann man den Event fühlen, riechen, schmecken? Bei der Paint-Party war das relativ klar, die Leute sehen eine Show mit Lichtern und Feuerwerk, sie hören elektronische Musik der Weltklasse und spüren die Farbe auf der Haut.

Uns ist es wichtig, mit unseren Events eine Einzigartigkeit zu bieten, dass, wenn wir in der Stadt sind, es einfach nichts Vergleichbares gibt. Mir ist es auch wichtig, ein Gefühl zu transportieren und zu platzieren, das alle Gäste vereint. Es sollen ein Gemeinschaftsgefühl und eine Identifikation geschaffen werden. Alle fiebern einem Höhepunkt entgegen und das soll gemeinsam erlebt werden.

Welche Rolle spielen dabei Planung, Technik und Special Effects?

So eine Veranstaltung zu machen, ist so, als ob man eine Geschichte erzählen würde. Das will natürlich gut durchdacht und geplant sein, damit aus dieser Geschichte am Ende Poesie wird. Wir haben vor allem für unsere großen Tourneen jede Minute durchgeplant mit Show-Acts, Pyrotechnik und Effekten.

Dafür braucht man auch eine Menge fähiger Techniker, die es dem Zuseher erst möglich machen, komplett abzuschalten und den Abend zu genießen. Da ist die Planung natürlich wahnsinnig wichtig und auch, die richtigen Leute für die Umsetzung zu finden. Nur so kann man einen gewissen Qualitätsstandard etablieren und sichern!

Sie sind nicht ausschließlich als Start-up-Unternehmer tätig, sondern auch Vortragsredner und Autor: Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Das macht mir alles Freude und ich bin überall mit Leib und Seele dabei. Mir ist es sehr wichtig, mit meinen Erfahrungen anderen Menschen weiterzuhelfen und durch das Buch und als Redner kann ich viele Leute erreichen. Bei Events geht es mir darum, dass die Gäste durch unsere Arbeit eine gute Zeit erleben können, und auch das macht mir viel Spaß.

Welchen Tipp würden Sie jemanden mit auf den Weg geben, der so wie Sie „sein eigenes Ding” durchziehen will?

Du musst den Mut haben, Fehler zu machen. Wir leben in einer Zeit, wo alles perfekt sein soll und alles funktionieren muss, Fehler werden kaum verziehen. Aber ich denke, Fehler machen ist wichtig, ebenso, schnell daraus zu lernen. Wenn einem das gelingt, dann kann man auch schnell erfolgreich sein. Durch Fehler kann man zu Erkenntnissen kommen und die Fragezeichen durch Rufzeichen ersetzen. Ich denke, das ist ein Tipp, den ich auch meinem 16-jährigen Ich geben würde!