Heinrich Taitl
Vorstand BER AG Credit Consulting und Vorstandsmitglied Bundesverband Credit Management Österreich

Risiko „Forderungsausfall“.

Das Gefährdungspotential ist hoch, regelmäßig erfahren wir aus der Presse von neuen Insolvenzen. Strabag und Dayli sind als prominente Beispiele nur die Spitze des Eisbergs, jährlich sind über 6.000 österreichische Unternehmen von Insolvenz betroffen.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch 3 Mrd. Insolvenzverbindlichkeiten und über 22.000 betroffene Arbeitsplätze jedes Jahr ist enorm. Soweit die Fakten. Aber wo ist jetzt die Chance, wenn sich ein Unternehmen ernsthaft mit dem Thema „Risiko aus Förderungsausfällen“ auseinander setzt? Erst einmal sprechen wir im Bereich Credit Management über Kosten für Auskünfte, Absicherung, Zinsen für ausstehende Forderungen, Inkasso, Anwalt und natürlich auch Forderungsausfälle.

Kostenminimierung durch Credit Management

Sind diese Kosten als gegeben hinzunehmen, oder sind wir der Überzeugung, dass wir durch qualitatives Credit Management viel beeinflussen können? Der zuständige Bereich Credit Management leistet idealerweise weit mehr als nur ein bisschen Inkassofunktion und Bonitätsprüfung.

Heute kommt es darauf an Wertbeiträge zu erbringen, die den Ertrag aus dem eigentlichen Geschäft stabilisieren und regelmäßig sogar erhöhen. Voraussetzung hierfür sind neben gut ausgebildeten Mitarbeitern auch Zieldefinitionen und Zielvereinbarungen. Diese sind in vielen Unternehmensbereichen die Regel, im Bereich Credit Management immer noch die große Ausnahme.

„Das Gefährdungspotential ist hoch, regelmäßig erfahren wir aus der Presse von neuen Insolvenzen.“

Optimierungsprojekte im „Working Capital Management“ zur Freisetzung von gebundener Liquidität genießen aktuell eine hohe Aufmerksamkeit bei CFO´s aller Unternehmensgrößen. Dadurch rückt als positiver Effekt auch Credit Management als wesentlicher Teilbereich von Working Capital Management in den Fokus der Finanzverantwortlichen. Die aktuell schon deutlich restriktivere Kreditvergabepolitik der Banken trägt Ihren Teil zur Priorisierung von Credit Management bei.

Neben der Freisetzung von Liquidität ergeben sich durch Optimierungsprojekte regelmäßig Kosteneinsparungen in Höhe von 20-30 Prozent. Die deutlich gesteigerte Aufmerksamkeit für aktives Credit Management zeigt sich auch durch die Definition der Ö-Norm D-1040 - Credit Management in Unternehmen.

Diese Norm wurde in Zusammenarbeit des BvCM mit dem Austrian Standards Institut entwickelt, besitzt seit Februar 2013 Gültigkeit und definiert als offizielle Norm den österreichischen Standard für professionelles Credit Management. Ergänzend hat der BcCM bei der Entwicklung eines eigenen Ausbildungslehrgangs zum Certified Credit Controller mitgewirkt, welcher ab Herbst 2014 angeboten wird. Diese Ausbildung trägt dazu bei, dem Bereich Credit Management die Aufmerksamkeit zu widmen, den er inhaltlich schon lange benötigt.

Für alle Fragen rund um das Thema Credit Management, Ö-Norm und Ausbildung steht Ihnen als neutrale, von Anbietern unabhängige Institution der Bundesverband Credit Management (www.bvcm.at) gerne zur Verfügung.