Der Siegeszug der Automation

Der Einsatz von Industrierobotern hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wurden sie lange fast ausschließlich in der Automobilbranche und in der Großserienfertigung eingesetzt, haben sie durch die konsequente Weiterentwicklung von Roboter- und Steuerungstechnik in vielen neuen Märkten Einzug gehalten – insbesondere in den Bereichen Lebensmittel, Kunststoff, Metallverarbeitung, Gießerei, Elektronik, Medizintechnik oder Entertainment.

Produktion in Europa bedeutet heute oft Vollautomatisierung. Der Mensch spielt im Wesentlichen bei der Planung und Instandhaltung flexibler Automatisierungslösungen eine Rolle, nicht aber in der Produktion selbst. Mit ihren komplementären Fähigkeiten sollen sich Mensch und Maschine in Zukunft optimal ergänzen.

„Fühlende“ Roboter als dritte Hand des Mitarbeiters

40 Jahre nach dem ersten industriellen Einsatz schlägt KUKA ein neues Kapitel in der Geschichte der Industrierobotik auf. Mit der Neuentwicklung iiwa („intelligent industrial work assistant“) können feinfühlige und komplexe Montageaufgaben automatisiert werden, bei denen der Einsatz von Robotern bisher nicht möglich war.

Er kommt den Bewegungsabläufen des menschlichen Arms erstaunlich nahe und kann durch die programmierbare Nachgiebigkeit „fühlen“ und auf Kräfte von außen reagieren. Die direkte Mensch-Roboter-Interaktion ermöglicht zukunftsweisende Produktionskonzepte mit dem iiwa als ‚dritte Hand‘ des Mitarbeiters.

Nächste Schritte in der Automation

Kompetenz am Roboter, erworben an Schulen oder dem Kuka College, ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Robotik. Die Zukunft der Automatisierung bedeutet aber nicht nur, den Menschen und den Roboter näher zusammenzuführen. Auch die Maschinen selbst müssen flexibler werden. Noch fehlt die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen Mensch und Maschine oder Maschinen untereinander.

Künftig sollen die Roboter selbst erkennen können, dass ein benötigtes Material nicht vorhanden ist, und es im Internet bestellen. Ebenso wird er sich die benötigten Einstellungen zur Bearbeitung des Werkstücks aus einer Datenbank besorgen. Nur so wird eine wandlungsfähige, sich in Teilen selbstorganisierende  Produktion möglich, die sich in kurzer Zeit auf unterschiedlichste Marktanforderungen und immer kürzere Produktlebenszyklen einstellen kann.

Demografische Entwicklung als Motor für die Robotik

Der demografische Wandel wird uns vor neue Herausforderungen stellen, Assistenzroboter werden allgegenwärtig sein. Schon heute werden beispielsweise in der robotergestützten Hippotherapie komplexe mehrdimensionale Bewegungen des Pferderückens für Patienten mit neurologischen Defiziten am Roboter exakt nachgeahmt.

Dank der hohen Individualisierungsmöglichkeiten, der größeren Sicherheit und der massiven Kostenreduktion ist ein sehr breiter Einsatz dieser wirkungsvollen Therapie wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, bei Multipler Sklerose oder Kindern mit Cerebral Parese möglich.

Flexibilität, Mobilität und Mensch-Roboter-Kollaboration sind die wichtigsten Eckpfeiler für die roboterbasierte Automation der Zukunft. Sie werden dazu beitragen, den Anteil der industriellen Produktion an der Wirtschaftsleistung in Europa wieder zu steigern und damit Arbeitsplätze zu sichern.