Reinhard Travnicek
Managing Director Technology - IT Infrastructure Architect, X-Tech
 

In welchen Bereichen kann der Wandel vom Workplace zum virtuellen/mobilen Workspace vollzogen werden?

Ein solcher Wechsel ist prinzipiell bei wissensbasierter Arbeit möglich. Im produzierenden Gewerbe ist es nahezu unmöglich. Ein Arbeiter in der Fabrik wird immer seine Maschine und das Material benötigen und diese können nicht an jedem beliebigen Ort bereitgestellt werden. Aber überall dort, wo ausschließlich mit dem Wissen der Menschen gearbeitet wird, kann der Übergang von physischen Lokationen, wie einem Schreibtisch, zu virtuellen und in weiterer Folge mobilen Arbeitsplätzen erfolgen.

 

Warum wird die Idee heutzutage immer populärer?

Die Strukturen in der Arbeitswelt haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Treiber sind die technischen Erfi ndungen unserer Zeit. Für viele Unternehmen ist es oft nicht mehr sinnvoll, über
Gebäude und riesige Infrastrukturen zu verfügen, wenn die täglichen Arbeitsabläufe dies nicht mehr erfordern. Durch das E-Mail und das unternehmensinterne Social Media ist es heute vollkommen irrelevant, wo jemand arbeitet.

 

Wie groß ist die Bedeutung des mobilen Workspace in einem modernen Unternehmensumfeld?

Das Thema ist ganz zentral. Generell sind drei Bereiche wichtig: Human Resources, Assets und Work-LifeBalance. Beim ersten Punkt geht es eben darum, dass nicht alle Mitarbeiter an einem Ort lokalisiert sein müssen, weil es diese Talente vielleicht
auch gar nicht alle an einem Ort gibt. Viele Firmen gründen Mikrobüros in Städten. Dort fassen sie beispielsweise drei oder vier talentierte Programmierer zusammen und stellen ihnen einen virtuellen/mobilen Workspace zur Verfügung – mehr nicht. Dies führt auch gleich zum nächsten Bereich, den Assets. Büros, Einrichtung, Infrastruktur usw. können von den Unternehmen oft eingespart werden, weil sie aus bereits vorher genannten Gründen gar nicht mehr notwendig sind. Oftmals erbringt die IT die Leistung, die den virtuellen/mobilen Workspace ausmachen, auch nicht mehr selbst. Durch Zukauf von Cloud Services wird sie vom Produzenten zum Broker. Zu gu
ter Letzt ist die Life-Work-Balance der Mitarbeiter extrem wichtig. Es wird von verschiedenen Orten aus und zu ganz unterschiedlichen Zeiten gearbeitet. Bevorzugt versuchen Mitarbeiter, speziell im Projekt mit ihren eigenen Devices zu arbeiten. Dabei ist es wichtig, dass für sie eine virtuell immer gleiche Arbeitsumgebung geschaff en wird, damit sie in den Workfl ow des Unternehmens gut integriert sind und optimal mitarbeiten können – ein Mobile Workspace eben.

 

Wie wirkt sich das auf die Effizienz und Effektivität von Mitarbeitern und Unternehmen aus?

Beides wird gesteigert. Wenn weniger Kosten bei den Assets und weniger Kosten und Aufwände durch Reisen und Meetings anfallen, dabei aber der gleiche Output erzielt wird, dann hat man nachweislich die Effi  zienz gesteigert. Außendienstmitarbeiter werden ihre gesteckten Ziele besser erreichen, wenn sie in der Lage sind, direkt beim Kunden rasch und kompetent Auskunft zu geben, Angebote zu erstellen und daher rascher zu Aufträgen kommen.

 

Wie sehen die Trends und Herausforderungen aus?

Das Ziel der nächsten Jahre muss sein, dass ausreichende Internetanbindungen im ganzen Land entstehen. Bei Mobile Workspace läuft alles über Netzwerke und die benötigen ausreichende Bandbreiten. Außerdem müssen die Mitarbeiter, vielleicht auch schon Schüler, laufend geschult werden, um die Risiken beim Umgang mit sensiblen Daten besser zu verstehen. Dadurch kann neben technischen Maßnahmen die Datensicherheit enorm gesteigert werden und sensible Daten werden besser geschützt.