Martin Grau
Geschäftsführer Toyota Material Handling Austria GmbH

Antwort: Der Trend geht immer mehr in Richtung Automatisierung und hin zu nachhaltigen Geräten.

Kein Betrieb mit Warenlager kommt ohne Flurförderzeuge aus, die kleinen Helfer haben einen großen Anteil am Erfolg eines Unternehmens. Daher ist es nur gut, diesen fleißigen Heinzelmännchen etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Wie steht es eigentlich um den Markt für Flurförderzeuge? „Der österreichische Markt entwickelt sich ganz gut, die Verkaufszahlen sind nach einem leichten Rückgang nun wieder um 4,5 Prozent gestiegen. Der europäische Markt entwickelt sich mit einer Steigerung von 5 Prozent auch sehr positiv“, erklärt der Brancheninsider Martin Grau, Geschäftsführer Toyota Material Handling. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser positive Aufwärtstrend auch im heurigen Jahr fortsetzen wird.“ Die Gewinne sind laut Martin Grau primär durch die zahlreichen „Emerging Markets“ in Europa, etwa Türkei oder Russland zu erklären. Der westeuropäische Markt stagniert laut dem Experten eher. „Global betrachtet müssen wir feststellen, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge stärker wächst als der europäische Markt. Bei der einen Million verkauften Gabelstaplern etwa sieht man, dass der Anteil Europas sogar schrumpft. Ein Viertel der weltweiten Verkäufe entfallen schon auf China.“
 

Trend zur Automatisierung

Aber nicht nur die Märkte entwickeln sich stetig, auch die Flurförderzeuge selbst sind einer ständigen Entwicklung ausgesetzt. Der Trend geht laut dem Brancheninsider in den westlichen Ländern hin zur Automatisierung. „Diesen Trend zur Automatisierung gab es in den 1990er Jahren schon einmal. Damals dachte man, dass das Flurförderzeug ausgedient hat. Gegen Ende der 1990er Jahre kam der Umkehrtrend, es wurden sukzessive wieder bemannte Stapler eingesetzt. Momentan erkennen wir den Trend zur Automatisierung wieder und beobachten das genau. Wohin es führt, ist fraglich.“ Für kleine Firmen kommt dieser Automatisierungstrend eher nicht in Frage, in sehr großen Lagern macht es laut Martin Grau aber durchaus Sinn. Bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen. „Solche Selbstfahrer gibt es ja heute schon, gesteuert vor allem via Lasertechnologie. Diese Stapler können sich in vorher genau definierten Räumen selbsttätig bewegen. Für alle Anwendungen sind Selbstfahrer natürlich nicht geeignet.“
 

Service als A und O

Vor der Anschaffung eines Flurförderzeugs sollten laut Martin Grau zahlreiche Überlegungen stehen. „Wenn ich mir einen Stapler oder ein anderes Flurförderzeug kaufen müsste, würde ich mir ein Produkt aussuchen, das vor allen Dingen ein sehr gutes Servicenetz vorzuweisen hat. Natürlich spielt auch die Qualität des Fahrzeuges eine große Rolle und erst danach kommen die unterschiedlichen Bedürfnisse des Kunden. Etwa die Bodenbeschaffenheit am Einsatzort, die Platzverhältnisse im Lager, die Höhe und Art der Regale und die Qualität der Fahrer. Bei komplexen Fahrzeugen brauche ich geschulte Fahrer, einfache Fahrzeuge sind auch von Zeitarbeitskräften bedienbar. Aber das wichtigste ist und bleibt in meinen Augen das Servicenetz“, erklärt der Profi.
 

Nachhaltigkeit boomt

Das Thema Nachhaltigkeit ist auch auf dem Gebiet der Flurförderzeuge ein wichtiges und bestimmendes Thema. „Zunehmend interessieren sich Unternehmen vorab für die Recyclingfähigkeit des Fahrzeuges. Entscheidungsträger treten an uns heran und möchten wissen, ob ein Gerät nach Erreichen der Lebensdauer vom Hersteller auch wieder fachgerecht recycelt wird.“ Nachhaltigkeit beginnt aber schon vor dem Einsatz, etwa beim Verzicht auf Schwermetalle und andere giftige Stoffe bei der Produktion. Damit mit gutem Gewissen gehoben, transportiert und gelagert werden kann.