Doch mindestens genauso wichtig wie die dahinterstehenden Technologielösungen und inwieweit diese unser Arbeits- und Privatleben beeinflussen, teilweise sogar revolutionieren, ist doch die Frage: „Wie kann sich Österreich in diesem globalen IT-Wettbewerb durchsetzen“?

Globalisierung 4.0, wie ich es persönlich gern nenne, ist sowohl eine Chance, aber auch ein Risiko für den Wirtschafts- und Technologiestandort Österreich. Prozesse, Applikationen und Services wandern in Rechenzentren, die nicht zwangsweise in unserem Land stehen und somit auch nicht die heimische IT-Wirtschaft stärken. Auch das ewige Thema der zu modernisierenden Netzinfrastruktur, speziell in ländlichen Gegenden, ist keine lokale Stärke im schnellwachsenden Cloud-Markt.

Ist die Cloud daher schlecht und sind wir hoffnungslos verloren?

Mitnichten!

Die aktuellen Wachstums- und Marktzahlen werden von den global agierenden Big Playern dominiert. Im Detail sieht man aber recht rasch, dass es sich hierbei um vereinzelte, kleinere Services handelt, die per wenigen Mausklicks über diverse Public-Cloud-Plattformen bezogen werden. Hier ein kleiner Server, dort ein bisschen Speicherplatz, ein Emailpostfach oder auch die persönliche Testumgebung – komplexere und vor allem beratungsintensive Cloud-Projekte sind allerdings aktuell noch rar gesät und in der Minderheit. Und genau hier kann sich unser Markt jetzt und zukünftig etablieren.

Wer die Vorzüge und die Flexibilität von Cloud-Lösungen nutzen möchte, um am Markt Wettbewerbsvorteile durch Agilität und Geschwindigkeit zu generieren, der wird um Consulting- und Beratungsleistungen nicht umhin kommen. Denn mit wenigen Mausklicks in Public Clouds ist es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr getan. Und die Generierung von diesen Wettbewerbsvorteilen wird täglich wichtiger, zu schnell wird man von agilen Newcomern, die mit immensen Geschwindigkeiten neue Kundenservices generieren können, von rechts überholt.

Im Anschluss an die Leistungen der Berater stehen dann auch starke lokale Unternehmen, die diese Konzepte umsetzen können. Der Plural ist hier bewusst gewählt. Nichts spricht dagegen, in einem Markt, der in der Vergangenheit sehr von Verdrängung dominiert war, gemeinsame Stärken in einem Cloud-Ökosystem zu bündeln, um letztendlich dem Endverbraucher eine perfekte Lösung bieten zu können, damit dieser wiederum sein Business vorantreiben kann. Dessen sollten wir uns immer mehr bewusst werden, denn nicht nur die Lösungen transformieren sich am Markt, auch das lokale Mindset muss einer Transformation vom Gegeneinander zum Miteinander unterliegen.

Aber was ist eigentlich dieses Cloud-Ökosystem?

Wenn man an das Schlagwort „Cloud“ denkt, sieht manch einer zunächst riesige Rechenzentren mit unzähligen blinkenden Lämpchen vor seinem geistigen Auge. Allerdings ist dies nur ein Puzzlestein – für das gesamte Bild benötigt es  genauso Unternehmen die sich auf IT-Rechtswesen, Finanzierungsmodelle, Beratungsleistungen, Migrationsunterstützungen, Rechenzentren, spezifische Applikationen und vieles mehr spezialisiert haben.

Die Kunst wird es sein, diese Puzzlesteine mit Unternehmenslogos zu versehen und zu einem gesamten Bild zusammenzufügen. Um das Portfolio dann noch abzurunden, können und werden auch die globalen Unternehmen letztendlich ein Teil des Puzzles sein. Und letztendlich müssen wir die Fachhändler und Start-up-Unternehmen massiv in dieses neue Ökosystem einbinden, damit auch diese davon profitieren können.

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit einem starken Cloud-Ökosystem in Österreich, wo Stärken gebündelt werden und innovative Ideen Vorrang haben, auch in diesem globalen IT-Geschäft eine wichtige Rolle spielen werden.