In beinahe jeder Branche werden riesige Datenmengen gesammelt und ausgewertet. Damit konkrete Erkenntnisse aus den Daten gewonnen werden können, werden Experten im Bereich der Datenanalyse benötigt, die sogenannten Data Scientists. Sie generieren aus den erhobenen Daten Informationen und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab, die dem Unternehmen dabei helfen, effizienter zu arbeiten.

Forschungsreise im Datendschungel

Im Onlinehandel etwa analysieren Data Scientists das Kaufverhalten der Kunden und finden so zum Beispiel die Ursache für Bestellabbrüche oder Retouren heraus. Außerdem erarbeiten sie Vorschläge, wie sich diese reduzieren ließen. Bei der Fachkräftesuche in Unternehmen kann dank Data Science durch eine vorab durchgeführte großflächige Analyse von Bewerberdaten der ideale Kandidat für die zu besetzende Stelle bestimmt werden. Auch in der Gesundheitsbranche, in der Logistik oder im Marketingsektor sind Data Scientists gefragt.

Umso mehr, als es bisher im deutschsprachigen Raum vergleichsweise wenige gute Data Scientists gibt. Um auf diesem Gebiet gute Arbeit zu leisten, reicht es nicht aus, herausragende analytische Skills oder Programmierfähigkeiten aufzuweisen. Gute Data Scientists zeichnen sich durch ein umfangreiches Fachwissen und hohe Koordinationsfähigkeiten aus. Darüber hinaus sollten sie kreativ sein und sich gern auf Forschungsreise in den Datendschungel begeben wollen.

Nicht zuletzt benötigen Data Scientists ein hohes Maß an Koordinations- und Kommunikationstalent. Sie müssen in Erfahrung bringen, welche Herausforderungen etwa die Marketing- oder Salesabteilungen im Unternehmen zu bewältigen haben, und wie ihnen die Datenanalyse dabei helfen kann.

Die aus den Datenmengen extrahierten Informationen müssen anschließend sowohl für die Fachabteilungen als auch für das Management verständlich aufbereitet werden, um allen Ebenen eine Entscheidungsgrundlage zu bieten. Und: Die Datenexperten sollten immer aufgeschlossen gegenüber neuen Tools zur Analyse und ungewöhnlichen Lösungsansätzen sein.

Rosige Lage am Arbeitsmarkt

Kein Wunder, dass bei all den Anforderungen und dem derzeit akuten Mangel an entsprechenden Fachkräften die Situation am Arbeitsmarkt für Data Scientists rosig ist. In den USA ist der Data Scientist der Top-Job des Jahres 2017, wenn es nach einem Ranking der Karriereplattform Glassdoor geht. Im Schnitt können Data Scientists demnach mit einem Jahresgrundgehalt von 110.000 US-Dollar rechnen, Tendenz stark steigend.

Grundlage für eine anhaltende Nachfrage nach Data Scientists ist die weiter steigende Menge an Daten über alle Geschäftsbereiche hinweg, auch dank der zunehmenden Nutzung von Cloud-Infrastrukturen in den Unternehmen.

Wer viele Daten hat, der will damit auch etwas anfangen können.

Wer sich zum Data Scientist ausbilden lassen will, findet entsprechende Studiengänge – Master oder Bachelor – mittlerweile an einer ganzen Reihe von Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus können die Data-Scientist-Fähigkeiten auch in berufsbegleitenden Studiengängen oder Weiterbildungsangeboten erworben werden.