Welchen Stellenwert hat das Rechenzentrum in Ihrem Betrieb?

Das Rechenzentrum hat einen sehr großen Stellenwert, da wir in unserem Unternehmen einen zentralen IT-Ansatz verfolgen. Wie man sich vorstellen kann, sind so gut wie alle Prozesse in unserem Haus von IT durchdrungen. Wenn die IT in irgendeiner Weise still steht oder nicht verfügbar ist, dann hat das unmittelbar Auswirkungen auf die Produktivität im Unternehmen.

Sie haben kürzlich ein neues Rechenzentrum gebaut und eröffnet. Wie sind Sie das angegangen?

Der Ausgangspunkt war nicht, ein neues Rechenzentrum zu bauen, sondern das gesamte Bürogebäude von Grund auf zu erneuern. Wie es sich im Laufe eines Bauprojektes ergibt, hat es ein paar Rochaden von Büros gegeben. Irgendwann war dann auch klar, dass – um die nötigen Räume zu schaffen – das Rechenzentrum an eine andere Stelle verschoben werden sollte.

Obwohl man ursprünglich nur die Klimaanlage im Serverraum austauschen wollte, ist daraus zum Schluss ein komplettes Serverraum-Projekt geworden. Dabei wollten wir einerseits Energieeffizienz in den Fokus nehmen und andererseits alle gängigen technischen Standards in das neue Rechenzentrum miteinbeziehen.

Das haben wir bei der Klimatisierung berücksichtigt, aber auch bei allen anderen zu verbauenden Komponenten sowie der Stromzuleitung. Dadurch haben wir eine Infrastruktur geschaffen, die der Wichtigkeit des Rechenzentrums gerecht wird.

Was ist hinsichtlich der technischen Infrastruktur zu beachten?

Die zentralen Themen Energieeffizienz und Energieversorgung sind die Basis für alles. Was die Energiebilanz betrifft, haben wir darauf geachtet, nicht mehr den ganzen Raum zu kühlen, wie das bei früheren Rechenzentren oft üblich war, sondern gezielt nur die einzelnen Serverschränke. Schon aufgrund dessen brauchen wir viel weniger Energie und das ist in puncto Energieeffizienz ganz wesentlich. Dadurch sparen wir auch eine erkleckliche Summe des Geldes ein.

Was die technische Ausstattung betrifft, ist es natürlich wichtig, dass die Energieversorgung im Zuge eines Stromausfalles sichergestellt ist. Die Verkabelung des Serverraumes und auch die Schränke selbst sind so gestaltet, dass das Rechenzentrum durch externe Tools bestmöglich überwacht werden kann.

Hinsichtlich Datensicherheit sind alle essentiellen Komponenten redundant ausgelegt, um im Falle eines technischen Problems bei einer Komponente dann noch immer ein zweites Standbein zur Verfügung zu haben. Klarerweise haben wir außerdem die üblichen Backup-Prozesse, die für jeden IT-Betrieb grundlegend sind, in unserem Rechenzentrum aktiv.

Wie gehen Sie damit um, dass Rechenzentren vor allem im Bereich Kühlung viel Energie benötigen?

Wie setzen alles daran, um in jeder Jahreszeit möglichst wenig Energie für den Betrieb des Rechenzentrums zu verbrauchen. Wir verwenden ein System, das bis zu einer Außentemperatur von zirka fünfzehn Grad überhaupt keine Kühlkompressoren zuschalten  muss. Erst bei wärmeren Temperaturen werden diese aktiv.

Im Winter wird man also in den seltensten Fällen darauf zurückgreifen müssen und im Sommer ist zumindest in vielen Fällen in der Nacht kein Aktivieren der Kühlkomponenten erforderlich. Das ist nachhaltig und es liegt auf der Hand, dass hier wirklich sehr viel Energie eingespart werden kann, was gerade in Zeiten der Erderwärmung und Energiewende zentral ist. Die Kosteneinsparungen sind täglich spürbar und da reden wir von signifikanten Kosten jedes Jahr.

Welchen Stellenwert wird das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft im IT-Bereich haben?

Nachhaltigkeit ist ja nicht nur ein IT-Thema. Als Unternehmen haben wir uns generell Nachhaltigkeit auf die Fahnen geheftet, das kommt vor allem bei unseren Produkten sowie zum Beispiel auch im Gebäudemanagement zum Tragen.

Gerade die Beschlüsse der im Dezember 2015 stattgefundenen Klimakonferenz, die Erderwärmung hintan zu halten, um so etwas Positives für den ganzen Erdball zu bewirken, werden uns insbesondere in der IT betreffen. In diesem Sinne ist aus meiner Sicht ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen im IT-Bereich anzuraten.