Mario Meir-Huber
Research Analyst bei IDC Central Europe; Leiter des Arbeitskreis Cloud Computing & Big Data der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG)

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich das weltweite Datenvolumen alle zwei Jahre verdoppelt. Größeneinheiten wie Terrabyte reichen dabei schon lange nicht mehr aus, um der unaufhörlich wachsenden Menge digitaler Daten in unserer Gesellschaft einen Maßstab zu verleihen: Exa-, Zetta- oder Yottabyte – eine Eins mit 24 Nullen – sind mittlerweile die passenden Einheiten, wenn man sich mit diesen Datenmengen befasst.

Genau das geschieht bei der Big Data Analyse. Forscher, Unternehmen aber auch Journalisten nutzen immer häufiger die riesigen digitalen Datenbanken und Archive. „Die Daten schaffen einen gewissen Mehrwert“, sagt Mario Meir-Huber, Big-Data-Verantwortlicher bei einem großen IT-Marktforschungsunternehmen.

Ein Mehrwert, der sich je nach Anwendungsgebiet und Fragestellung ganz unterschiedlich präsentiert: Während Unternehmen so beispielsweise Informationen über das Kaufverhalten ihrer Kunden gewinnen wollen, erhofft sich die Forschung von Big Data Analysen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Vorhersagen. „Mit Big Data Analysen wird der Zufall mehr oder weniger wegrationalisiert“,  so Meir-Huber.


Daten selbst sammeln, kaufen oder errechnen

Will man als Unternehmer selbst von diesem Trend profitieren, stellt sich zunächst die Frage, wie man an relevante und aussagekräftige Daten gelangen kann. Viele Unternehmen sammeln bereits seit Jahren Informationen über ihre Kunden – etwa mit Hilfe von Punkte- oder Treue-karten. Analysiert man diese richtig, helfen sie dabei, personalisierte Angebote für jeden einzelnen Kunden zu erstellen.

Darüber hinaus besteht für Unternehmen die Möglichkeit, gezielt Daten zu kaufen oder mit Hilfe von statistischen Modellen eigene Hochrechnungen aufzustellen. Dabei spielt es laut Big-Data-Experten Meir-Huber keine Rolle, wie groß das jeweilige Unternehmen ist: „Man braucht dafür keine Millionen Euro teure Infrastruktur.“


Data Scientist – ein komplett neues Berufsbild

Was man jedoch braucht, ist eine klare Vorstellung, was man mit Hilfe der Big Data Analyse erreichen will. Welche Daten braucht man? Welche Werte will man daraus gewinnen? Und welches Ziel verfolgt man letztlich damit? Fragen, die nicht jeder ohne weiteres beantworten kann. Dementsprechend ist mit dem Boom der Big Data Analyse auch ein neues Berufsbild erwachsen: das des Data Scientists. „Man muss Datenbank-Experte sein, sich mit den entsprechenden Technologien auskennen und Erfahrungen im Bereich Mathematik und Statistik mitbringen“, so Meir-Huber. Ein Berufsbild, das in Zukunft mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen wird.