Das Großraumbüro – zu viel Ablenkung durch Lärm?

Großraumbüros verzeichnen in Österreich einen regelrechten Boom. Die ökonomischen Vorteile liegen auf der Hand. Doch es gibt auch viele Beschwerden, z.B. über schlechte Luftqualität oder quälende Raumtemperaturen. Und ganz oben auf der Beschwerdeliste stehen Lärmstörungen durch KollegInnen. Verständlicherweise führen die akustischen Probleme zu einer verminderten Qualität der Arbeitsergebnisse. Oft wünschen sich die MitarbeiterInnen kleinere Büroeinheiten.

Irrtum Nr. 1: Raumakustische Maßnahmen sind teuer

Ob im Neubau oder bei der raumakustischen Sanierung bestehender Büroräumlichkeiten: erfahrene Raumakustiker stimmen die akustischen Maßnahmen präzise mit den Nutzerbedürfnissen in den verschiedenen Bürobereichen ab. So wird es möglich, mit geringem Materialaufwand und damit niedrigen Kosten hohe raumakustische Qualitäten zu erreichen.

Irrtum Nr. 2: Raumakustische Maßnahmen zerstören die Architektur

Gute Raumakustik tritt optisch in den Hintergrund, sie drängt sich nicht auf. Sie wird von den Raumnutzern dennoch wahrgenommen – als Büro, in dem man „richtig gut arbeiten kann“. Nicht sichtbar jedoch deutlich hörbar – das ist perfekte Raumakustik.

Gute Raumakustik kann in jedem Büro realisiert werden

Ein großer, moderner Büroraum, lichtdurchflutet, die Glasfassade gewährt einen weiten Blick über die Stadt, ein paar Besprechungsinseln mit grünen Pflanzen. Da und dort stehen Menschen und sprechen miteinander. Daneben wird konzentriert gearbeitet. 80 Arbeitsplätze in einem Raum. 80 zufriedene Gesichter.

Die Freude am gemeinsamen Arbeiten ist spürbar. Dieses Großraumbüro wurde von Raumakustikexperten in Zusammenarbeit mit den Architekten und Bauherren so geplant, dass konzentriertes Arbeiten und kommunikativer Austausch gleichzeitig möglich sind.

Störende Schallwellen versus gewünschte Schallwellen

Raumakustiker beschäftigen sich mit der Ausbreitung von Schallwellen im Raum. Schallwellen entstehen, wenn Menschen mit harten Absätzen gehen, miteinander sprechen, telefonieren, auf der Tastatur tippen, ein Dokument ausdrucken, Musik hören oder einfach Kaffee machen. Der raumakustische Planungsprozess verfolgt das Ziel, dass die „gewünschten Schallwellen“ gut gehört werden können und sich die „störenden Schallwellen“ im Büro nicht ausbreiten.

Verschiedenste akustische Anforderungen im Großraumbüro

Hier eine Zone mit regem Telefonbetrieb, daneben ein Besprechungsraum. Im Telefonbereich darf es naturgemäß keine gegenseitigen Störungen geben, der Besprechungsraum sollte so klingen, dass selbst leiseste Nuancen in der Sprache gehört werden können – gute Kommunikation braucht guten Raumklang!

Insbesondere in Videokonferenzräumen müssen höchste raumakustische Ansprüche erfüllt werden – 100 Prozent klares Sprachverstehen am anderen Ende der Konferenzleitung ist gewünscht. In vielen Großraumbüros gibt es auch vertrauliche Kommunikationszonen, die starke akustische Abschirmungen nach außen erfordern – damit die darin geführten Gespräche mit Sicherheit vertraulich bleiben.

Die Raumakustik nicht dem Zufall überlassen

Gute Raumakustik wird durch die optimierte Platzierung von präzise auf die Raumnutzung abgestimmten Akustikoberflächen erreicht – an bestimmten Bereichen der Raumdecke und der Wände, teilweise als integrierte Absorber in Büromöbeln.

Auf Basis der Raumgeometrien und raumakustischer Messungen werden aus einer Vielzahl von Möglichkeiten – wir sprechen hier von mehreren 10.000 Varianten – die idealen Akustikoberflächen berechnet. Perfekt auf die Raumnutzung abgestimmte Raumakustik sollte unüberhörbar gut sein und sich gleichzeitig fast unsichtbar in die Architektur einfügen.