Insgesamt gebe es in Wien über 10,8 Mio. Quadratmeter (m²) Bürofläche, heißt es in aktuellen Branchenberichten. Die Spitzenmieten für Büros lägen demnach stabil bei monatlichen 27 Euro pro m², im Schnitt zahle man knapp 20 Euro. Die Leer-standsrate betrage niedrige sieben Prozent.

Wien: Hochwertige Green Buildings sind gefragt

War Büromietern lange ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim Entscheiden für oder wider ein Büro wichtig, gebe es neuerdings Verschiebungen innerhalb der Marktsegmente: Seit 2013 würden häufiger hochwertige Objekte vermietet. Ein positives Zeichen, sagen marktbeobachtende Immobiliendienstleister. 170.000 m² Büroneufläche wurden 2013 in Wien demnach produziert, 270.000 m² vermietet. Damit sei die Neuflächenproduktion leicht gesunken, die Vermietungsleistung stabil.

Während veraltete Büros (aus den 1980er und 1990er Baujahren) wie in anderen Metropolen auch in Wien zunehmend in hochwertige Wohnungen umgewandelt würden, stünden auf den Bürobauplänen, gleichwohl der Neuflächenboom dank hochwertiger Sanierungen zumindest in der Innenstadt ein Ende gefunden habe, hochwertige, nachhaltige Green Buildings.

Bürostandort 2014: Stadt, Stadtrand oder Land?

Gefragt sind in Wien derzeit Top-Büros im Zentrum – mit sehr guter Anbindung an öffentlichen Verkehr, moderner Ausstattung, flexibel gestaltbaren Räumen, abwechslungsreicher Infrastruktur mit Restaurants, Sportstätten und Raum für Erholung sowie Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf. Vorzüge der Stadt, die weder Stadtrand noch Land so konzentriert bieten. Und: Ein sicherer Stellplatz für die Fahrräder der Mitarbeiter sei heute für die Mietentscheidung durchaus relevant, heißt es.

Die veränderten Ansprüche an Büros hätten nicht nur ökologische oder gesundheitliche Gründe, sondern ergäben sich laut Experten aus einem neuen Arbeitsverständnis. Mindestens 80 Prozent der Arbeitnehmer könnten demnach künftig statt als Angestellte als Selbständige tätig sein, die dank modernster Technik von überall aus arbeiten (Stichwort: Virtual Office) – was den Bedarf an realen Bürogebäuden zugunsten virtueller Büros deutlich verschiebe. Auch dieser Megatrend lässt sich laut Insidern auf dem Bürostandort Wien ausmachen: Niedrige Kosten dank Desk Sharing oder Großraumbüros würden zunehmend unwichtiger.

Stattdessen komme es den Unternehmen, die Büros mieten wollen, darauf an, ihren Mitarbeitern im Rahmen des „war of talents“ ein attraktives, inspirierendes Arbeitsumfeld mit Wohlfühlcharakter zu schaffen. Optisch ähneln sie dann eher einer Hotellounge oder einem Spa.

Büros, die heutigen Ansprüchen gerecht werden würden, gäbe es in Wiens Toplage allerdings nur begrenzt, entsprechend selektiv seien die Chancen bei globalen Immobilieninvestoren, schreibt das Fachmagazin „Baupraxis“ in seiner Mai-Ausgabe. Vor allem deutsche Investoren tummeln sich demnach auf dem Wiener Büromarkt. Sie suchen Green Buildings mit stabilen Mieteinnahmen und guter Wertsteigerung.