Einen Arbeitstag in einem nicht einmal zehn Quadratmeter großen Büro allein zu verbringen, ohne Face-to-Face-Kommunitkation zu haben, außer ein kurzes „Hallo“ am vom Neonlicht erhellten Gang auf dem Weg zum WC oder ein paar Worte am Mittagstisch – so sah der Arbeitsalltag vieler Angestellter in Büros aus. Jahrzehntelang waren die Mitarbeiter von ihren Kollegen durch Mauern getrennt und auf sich alleine gestellt. Nicht gerade die optimale Lösung, um erfolgreich arbeiten zu können.

Platz für Kreativität und Kommunikation

Besonders in Berufen, in denen kreative Arbeitsprozesse eine große Rolle spielen, ist das Umfeld, in dem gearbeitet wird, von zentraler Bedeutung. Aber auch in allen anderen Feldern ist es wichtig, dass es den Menschen ermöglicht wird, sich mit ihren Kollegen ganz einfach und ohne große Barrieren auszutauschen. Deshalb feiert das Konzept des Großraumbüros seit geraumer Zeit sein Comeback. Von einem Großraumbüro spricht man ab einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern. Aber auch kleinere Büros werden nach dem großen Vorbild geplant und es entstehen offene Bürokonzepte – sogenannte Open Spaces. Sie garantieren kurze Kommunikationswege und ein optimales Flächenmanagement.

Teamkommunikation

Gruppenarbeit und flachere Hierarchien machen Büroräume notwendig, die Kommunikation und Kooperation fördern und sich an wandelnde Anforderungen wechselnder Nutzungen schnell anpassen lassen. Die Kommunikation verbessert sich, wenn man sich häufiger begegnet. Das gilt vor allem für das direkte Umfeld im Radius von etwa 10 bis 15 Metern.

Teamorientiertes Arbeiten wird immer wichtiger. Allerdings erfordern die Aufgaben am PC konzentrierte Einzelarbeit. Aus diesem Spannungsverhältnis gewinnt die Büroraumgestaltung besondere Brisanz.

Großraumbüros haben Vorteile, wenn dort Tätigkeiten verrichtet werden, bei denen die Kommunikation und Kooperation Priorität hat. Denn dort funktioniert alles schneller und spontaner. Aufgaben mit geringem Anspruch an Ruhe und Konzentration sind also dafür gut geeignet. In solchen Räumen lassen sich flache Hierarchien und dezentrale Verantwortung einfach verwirklichen.

Passendes Raumkonzept

Das Raumkonzept hängt von den Arbeitsaufgaben, den dazu benötigen organisatorischen Abläufen und den erforderlichen Arbeitsmitteln ab. Bereiche für Besprechungen, für informelle Pausen und ähnliches sollten von den Arbeitszonen akustisch wirksam abgetrennt werden. Selbiges gilt auch für die Hauptverkehrswege. Aber nicht nur die Akustik benötigt individuelle Lösungen. Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz soll je nach Tätigkeit und Alter der Mitarbeiter bis 1000 oder mehr Lux regelbar sein, am besten durch eine Arbeitsplatzleuchte.

Die Mindeststärke beträgt 500 Lux. Ein professionelles und ergonomisches Beleuchtungskonzept ist zu empfehlen, Sonnenschutz und Blendschutz gehören dazu. Und auch die Zuluft sollte an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Moderne raumlufttechnische Anlagen bieten zumindest in begrenztem Maße die Möglichkeit, die Luft zonenweise zu regeln. Dies kommt dem unterschiedlichen subjektiven Empfinden zur optimalen Raumtemperatur entgegen. Pflanzen können zur Verbesserung der Luftqualität und des Wohlbefindens beitragen. Damit dies gelingt, sollten sie allerdings professionell gepflegt werden.

Vom Place zum Space

Einerseits wird immer mehr Augenmerk auf die Gestaltung des optimalen Büroraums gelegt, um die Produktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern, andererseits verliert der herkömmliche Workplace immer stärker an Bedeutung. Durch viele technische Neuerungen tritt der Workspace an seine Stelle.

Da sich die Strukturen in der Arbeitswelt in den letzten Jahren grundlegend verändert haben, ist es für viele Unternehmen oft nicht mehr sinnvoll über große Büroräumlichkeiten und riesige Infrastrukturen zu verfügen, wenn die täglichen Arbeitsabläufe dies nicht mehr erfordern. Oft ist es heute vollkommen irrelevant, von wo aus jemand arbeitet. Dank Smartphones, anderer mobiler Endgeräte und Cloud Computing kann ein moderner Workspace fast überall entstehen. Um diese Entwicklung in Zukunft weiter vorantreiben zu können, sind allerdings Investitionen notwendig, welche die entsprechenden Internetbandbreiten möglichst flächendeckend garantieren. Auch die Datensicherheit muss weiterhin erhöht werden, damit sensible Daten von überall aus versendet werden können.