Ing. Peter Kovacs
Vorstandsvorsitzender der Facility Management Austria (FMA) sowie Leiter beim Objektmanagement der MA 34, Bau und Gebäudemanagement

Das Facility Management als Unterstützer und Ermöglicher für das Kerngeschäft von Organisationen und Nutzern, hat sich in den letzten Jahren rein von der operativen Tätigkeit im Bereich der Bau- und Gebäudetechnik (im Sinne der technischen Betriebsführung) und Sicherstellung von Servicedienstleistungen (z.B. Reinigung) hin zur ganzheitlichen Steuerung der Prozesse und Dienstleistungen für die Immobile entwickelt. Insbesondere die Abgrenzung des strategischen Facility Managements, das vor allem Ziele und Stoßrichtungen des Eigentümers bzw. Bauherrn für den Betrieb und die Nutzung einer Immobile vorgibt, vom taktischen und operativen Facility Management, ist eine wesentliche Weiterentwicklung.

Hier hat auch die österreichische und europäische Normung und Standardisierung im Bereich des Facility Managements wesentlich dazu beigetragen, dass alle Beteiligten von denselben Begriffen und Tätigkeiten sprechen. Aber auch die wachsende Transparenz für die Wahrnehmung von Aufgaben und Verantwortungen (z.B. Betreiberverantwortung) sind wesentlich. Ein Beitrag dazu ist die GEFMA FMA-Richtlinie 190, Betreiberverantwortung. Sie ist eine Forschungsarbeit (Neugestaltung der deutschen GEFMA 190 Richtlinie), die ab Ende Juni verfügbar ist.

Zukunftsorientierte Planung mit Facility Management

Die Aufgaben des Facility Managements orientieren sich einerseits an der Zielsetzung, den Betrieb und die Kosten der Immobilien zu optimieren, um das Kerngeschäft der Nutzer bestmöglich zu unterstützen, und andererseits die Immobilienwerte zu bewahren und zu steigern. Dieses ganzheitliche Management erfordert aber auch erweiterte Sichtweisen in Hinblick auf den Lebenszyklus von Immobilien, nämlich sich mit wesentlichen Fragen für den Betrieb bereits in der Konzeptions-, Planungs- und Errichtungsphase zu beschäftigen und das Facility Management bereits in diese Phasen zu implementieren.

Diese Orientierung auf den Lebenszyklus ist angesichts des wachsenden Kostendruckes für die Betriebs- und Nutzungsphase von tragender Bedeutung, da viele Richtungsentscheidungen in Hinblick auf eine optimierte Immobilie bereits in der Konzeptions- und Planungsphase getroffen werden und die späteren Nutzungskosten in diesen ersten Projektphasen auch am nachhaltigsten zu beeinflussen bzw. zu optimieren sind.

Nachhaltigkeit der Immobilie

Das Thema der Nachhaltigkeit mit der ökonomischen, ökologischen und sozialen Säule, hatte für das Facility Management seit jeher große Bedeutung und hat sich auch vom Anspruch her in den letzten Jahren massiv vergrößert. Gleichzeitig hat es auch dazu geführt, dass Sichtweisen mitunter differierten und es daher wichtig war, die Nachhaltigkeit im Facility Management klarer zu definieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu stellen sicherlich die 'Leitlinien für ein nachhaltiges Facility Management in der Betriebs- und Nutzungsphase dar, die in den vergangenen Monaten entstanden sind und im Mai veröffentlicht wurden.

Im Regelfall werden Immobilien für die Nutzung errichtet, daher war auch schon bisher eine hohe Zufriedenheit der Nutzer eine wesentliche Zielsetzung des Facility Managements. Zukunftsvisionen besagen, dass der Nutzer und sein Arbeitsplatz im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit noch mehr in den Fokus der Betrachtungen des Facility Managements wandern wird und sich daher auch die Herausforderungen für ein ganzheitliches Management in und um die Immobilie verstärken werden.