Wenn man mit seinem Finger über einen etwas angestaubten Bildschirm fährt, hat man vermutlich bereits mehr Staub gesammelt als hochwertige Biomasseheizungen pro Normkubikmeter ausstoßen sollten – nämlich weniger als 20 mg. Dass die Feinstaubwerte bei Heizungen vor allem in den letzten Jahren ins Zentrum der (medialen) Aufmerksamkeit gerückt sind, hängt mit nationalen und europäischen Gesetzgebungen zusammen.

Die Vorgaben der Umwelt- und Klimapolitik der EU im Zuge der Bemühungen um eine Reduktion der Feinstaubbelastung hat die Hersteller von Biomasseheizungen reagieren lassen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben für Staubwerte, etwa in Deutschland, mussten Hersteller technologische Lösungen anbieten, die sie auch in anderen Ländern, wie etwa Österreich, nun ein- und umsetzen können. Diese reichen von klassischen Modellen über innovative Technologien bis hin zu elektrostatischen Filtern.

Die Krux mit den Feinstaubwerten

Die Feinstaubwerte hängen maßgeblich von der Qualität der Biomasseheizungen ab. Während bei der Herstellung von älteren Heizkesseln noch keine Rücksicht auf Staubemissionen genommen wurde, sollten neuere Modelle schon mit einem ausgeklügelten Filtersystem ausgestattet sein. Dies ermöglicht für die Endkunden geringere Feinstaubwerte bei der Verheizung von gängigem Brennmaterial.

Denn neben Holzhackschnitzel oder Holzpellets können sich heute Biomassebrennstoffe auch aus anderen Energiequellen zusammensetzen. Um mit Biomasse klimaneutral Wärme zu erzeugen, braucht es Energiequellen, die nur jenen CO2-Ausstoß verursachen, der beim Nachwachsen der Energiequelle wieder gebunden werden kann.

Stückholz, Hackschnitzel oder sonstige Schreddermaterialien gehören zu erneuerbaren Energie und sind daher auch im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens interessant – ebenso wie tdie Nutzung von brachliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Werden diese nicht mehr zur Lebensmittelproduktion verwendet, können hier zukünftige Energieträger an- und abgebaut werden.

Auch auf die Brennmaterialien kommt’s an

Die Biomasse-Produzenten experimentieren immer wieder mit unterschiedlichen möglichen Brennstoffarten. So wurden etwa mit verschiedensten Obstkernen, Sida, einem ursprünglich aus Nordamerika stammenden Energieholz, oder auch mit Sägespänen versetztem Pferdemist Erfolge erzielt. Aufzupassen gilt es dabei aber wiederum auf die Staubwerte.

Denn diese sind von Brennmaterial zu Brennmaterial verschieden. So hängen Feinstaubwerte nicht nur von der Qualität der Heizung, sondern auch vom jeweiligen Brennmaterial ab. Durch einen verschmutzten oder stark staubhaltigen Brennstoff können gesetzliche Feinstaubwerte überschritten werden.

Hersteller von Heizungen und Produzenten von Biomasse plädieren in diesem Zusammenhang außerdem dafür, in Zukunft auch jene Emissionen mit zu bedenken, die etwa durch weite Transportwege von Brennmaterialen entstehen. Aktuell wird nämlich in der Berechnung der Staubemissionen der so wichtige „ökologische Fußabdruck“ nicht inkludiert.