Fast die Hälfte der Fläche Österreichs ist von Wald bedeckt. Dieser wird nachhaltig bewirtschaftet, es darf also nur so viel Holz entnommen werden wie nachwächst. In Österreich nimmt seit Jahrzehnten der Holzvorrat ständig zu und hat einen Rekordwert von rund 1,1 Milliarden m3 erreicht. Bei unbewirtschafteten Wäldern bleibt das Holz ungenützt. Der zuvor gespeicherte Kohlenstoff wird nach dem Absterben der Bäume durch ihre Verrottung wieder an die Atmosphäre abgegeben.

Die gespeicherte Kohlenstoffmenge bleibt damit konstant. Wird Holz oder andere Biomasse energetisch verwertet, kann die darin gespeicherte Sonnenenergie als Wärme, Treibstoff oder Strom genutzt werden. Bei der Verbrennung verbindet sich der im Holz gespeicherte Kohlenstoff mit Sauerstoff und wird – wie bei der Verrottung im Wald – wieder in die Atmosphäre abgegeben.

Man spricht von einem geschlossenen Kohlenstoffkreislauf. Das ist besonders gut für das Klima, weil durch die Verbrennung von Holz fossile Energieträger (Öl, Gas und Kohle) ersetzt werden.

Bioenergie als Vorreiter

Der Bioenergiesektor hat sich in den vergangenen Jahren zu einer tragenden Säule der österreichischen Energieversorgung entwickelt. Mit einem Anteil von 57 Prozent ist die Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger in Österreich; an zweiter Stelle liegt die Wasserkraft mit 35 Prozent.

Der energetische Einsatz von Biomasse kann in Österreich noch gesteigert werden. Laut einem vom Umweltbundesamt errechneten Szenario könnte Biomasse bereits 2030 Erdöl als bedeutendsten Energieträger ersetzen, ohne dabei an Nachhaltigkeitsgrenzen zu stoßen.

Dies kann jedoch nur gelingen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen: Bioenergie basiert vordergründig auf Reststoffen aus der Forst- und Holzwirtschaft. Conclusio: Je mehr Holz als Baustoff eingesetzt wird, umso mehr Nebenprodukte zur energetischen Verwertung stehen zur Verfügung.

Wärme aus Biomasse

Der Großteil der Bioenergie wird als Wärme genutzt. Der größte Vorteil neben dem Klimaschutz sind die günstigen Brennstoffkosten insbesondere im Vergleich zum Heizöl. Im Mai sind Heizöl um rund 47 Prozent und Erdgas um 79 Prozent teurer als Pellets. Das Heizen mit Pellets ist die beliebteste Form des Heizens mit Biomasse.

Abgesehen von der Wartung, der seltenen Ascheentleerung und der Befüllung des Lagers muss nur das Thermostat bedient werden. Eine weiterhin sehr beliebte Form des Heizens ist die mit Scheitholz. Hierzu ist vor allem der flexible Brennstoffeinkauf und die Nutzung von vorhandenen Holzressourcen vorteilhaft.

Der günstigste Biomasse-Brennstoff ist Hackgut, der jedoch größere Lagerräume benötigt. Für den Einbau einer Biomasse-Heizung werden eine Vielzahl von Förderungen von Bund, Land, Gemeinde und Interessenvertretungen angeboten. Kärnten hat dank der Bioenergie österreichweit den größten Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix. Darüber hinaus können mit Landes- und Bundesförderung bei einem Kesseltausch bis zu 7.250 Euro bezuschusst werden.

Strom ohne Schwankungen

Bioenergie hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Sonne und Wind keine schwankende, wetterabhängige Energiequelle ist, daher wird sie auch zur Stromerzeugung in KWK-Anlagen eingesetzt. Diese produzieren neben Strom auch Fernwärme. Biogene Energieträger können als „gespeicherte Sonnenenergie“ flexibel und ohne die klimaschädlichen CO2-Emissionen eingesetzt werden.

Biogasanlagen sind etwa imstande, innerhalb weniger Minuten Strom zu liefern. Gerade in der Heizsaison ist Strom aus Biomasse besonders wertvoll, weil in den Wintermonaten die Wasserkraftwerke bedingt durch niedrige Pegelstände wenig Strom erzeugen, aber aufgrund des hohen Verbrauchs im Winter viel Strom aus Gas-, Kohle- sowie Atomkraftwerken erzeugt und importiert werden muss.

Mehr informationen unter fb.com/biomasseverband