FH-Prof. DI Dr. Fritz Schmoellebeck
Vizepräsident der FHK (österreichische Fachhochschulkonferenz)

„Fast fünfzig Prozent der Studiengänge werden auch berufsbegleitend angeboten“, erläutert Dr. Fritz Schmöllebeck, Vizepräsident der österreichischen Fachhochschul Konferenz (FHK).

Automation und Robotik für die Zukunft

Wer vor zehn Jahren in Österreich in den klassischen ingenieurswissenschaftlichen Feldern studieren wollte, hatte kein Problem, einen Studienplatz zu finden. Die Nachfrage nach diesen Studienrichtungen befand sich auf dem Tiefpunkt. „Das hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise sehr gewandelt“, sagt Dr. Fritz Schmöllebeck, Vizepräsident der FHK. „In den Bereichen Mechatronik, Maschinenbau oder Robotiks steigt die Anzahl der Bewerber deutlich, im Moment gibt es fast doppelt so viele Bewerber wie Studienplätze“.

Schmöllebeck erklärt sich den Wandel damit, dass immer mehr Unternehmen ihre Produktionsketten zurück nach Europa holen und so vermehrt der Bedarf an gut ausgebildeten Personen besteht, welcher durch das derzeitige Angebot von Fachhochschulen und Universitäten kaum gedeckt werden kann. Die Angebote in Automation und Robotik werden hauptsächlich von Männern wahrgenommen, in den klassischen Ingenieurswissenschaften liegt der Frauenanteil zwischen 16 und 18 Prozent. „Nur in einzelnen Bereichen, etwa bei der Architektur oder Studiengängen wie Tissue Engineering, holen die Frauen auf“, so Schmöllebeck.

Berufsbegleitendes Studium kommt an

Die Angebote des berufsbegleitenden Studiums werden sehr intensiv genutzt. In Österreich ist es das Ziel, rund die Hälfte der Studienangebote berufsbegleitend anzulegen. Viele der Studierenden werden von Unternehmen teilzeitbeschäftigt und gleiten so noch während des Studiums ins Berufsleben herein. Für die Hochschule bietet dies den Vorteil, dass die Studierenden genau einschätzen können, welches Wissen für sie von Relevanz ist. „Damit tragen sie entscheidend zur Verbesserung der Lehre bei“, so Schmöllebeck. „Die Flexibilität kommt an, denn es entspricht den neuen Lebenswelten der Studierenden. Sie müssen nicht zwingend vor Ort sein.“ So würden vor allem jüngere Leute diese Möglichkeit zunehmend in Anspruch nehmen.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Aus diesen Teilzeit-Anstellungsverhältnissen heraus entstünden dann auch viele Bachelor- und Masterarbeiten, die nah an der Wirtschaft sind. „Wir reagieren sehr gerne darauf, wenn Studierende zu uns kommen und auf eine Kooperation hinweisen. Da sind die Türen offen, denn wir freuen uns, wenn Studierende darüber nachdenken, welche Themen sie wirtschaftsnah behandeln können.“ Um die 90 Prozent der Bachelor- und Masterarbeiten werden in Kooperation mit Unternehmen durchgeführt.