E-Learning, der Begriff, unter dem sämtliche Formen des Lernens mit Hilfe elektronischer Medien verbunden werden, hat sich in Unternehmen mittlerweile etabliert. Nach aktuellen Untersuchungen nutzen bereits mehr als zwei Drittel aller deutschen Betriebe e-Learning- Methoden, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Doch die Hoffnung mit wenig Aufwand Personal kostengünstig auf dem neuesten Stand des Wissens zu halten, muss oft enttäuscht werden. Mit ein wenig Kosmetik ist es nicht getan. E-Learning kann die passenden Informationen zum richtigen Zeitpunkt verfügbar machen und Wissen vertiefen. Doch dafür ist zuvor eine eingehende Bedarfsanalyse und ein kluges Konzept notwendig.

 

Zeit und Geld sparen bei der Einschulung neuer Mitarbeiter

Besonders zufrieden sind Unternehmen mit e-Learning-Maßnahmen zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Der Arbeitgeber profitiert vom geringen Zeitverlust durch den zeitlich individuellen Einstieg in erforderliche Trainings, die erhöhte Anfangsmotivation garantiert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und es werden Personalressourcen geschont, indem die restlichen Mitarbeiter sich nicht um die Einarbeitung neuer Kollegen kümmern müssen. Ganz nebenbei können zugeschnittene e- Learning-Programme bereits sehr früh ein breites Grundverständnis über das Unternehmen und die Kunden vermitteln.

 

Eigenes Engagement überzeugt Personalverantwortliche

Laut einer Umfrage des deutschen Meinungsinstituts Forsa 2012, setzen Arbeitgeber vermehrt auf aktive Weiterbildungsvorschläge ihrer Mitarbeiter. Acht von zehn der befragten Unternehmen richten ihr Budget flexibel ein, um auf Weiterbildungswünsche schnell reagieren zu können. Doch die zeitlich und örtlich uneingeschränkte Verfügbarkeit der Lernmöglichkeit führt auch zu einem Stolperstein: Selbst bei hinreichender Motivation ist ein großes Maß an Selbstdisziplin erforderlich. Hand aufs Herz: Wie viele Fachbücher, aus eigener Motivation erworben, stehen in Ihrem Regal und warten darauf gelesen zu werden? 

Der fehlende Wettbewerbsfaktor von Kommilitonen in einer Schulung, dringende Termine im Arbeitsalltag und nicht zuletzt der Mangel eines passenden Ortes zur Wissensgenerierung führen oft zu langsamen Lernfortschritten und Demotivation. Eine gute Planung zur erfolgreichen Implementierung von e-Learning-Maßnahmen ist daher vom Arbeitgeber unbedingt erforderlich.

 

Es sind Fragen wie diese, die das Management vorab klären muss:

– Welcher Nutzen wird von der Schulungsmaßnahme erwartet?

– Welche Tools eignen sich zur bestmöglichen Vermittlung der Inhalte?

– Wie kann ausreichende Motivation seitens des Unternehmens gesichert werden?

– Welcher status quo wird von Mitarbeitern, für die die Maßnahme gedacht ist, erwartet?

Darüber hinaus gilt: Je mehr sich die Planung und Umsetzung der Wissensvermittlung an den Zielen der Weiterbildung orientiert, desto erfolgsversprechender ist sie. Soft- Skill-Trainings wie Kommunikation, Mitarbeiterführung oder Präsentationstechnik bedürfen nach wie vor eines starken Doing-Charakters, um den gewünschten Erfolg zu liefern.

Mit Hilfe elektronischer Wissensvermittlung lässt sich somit Geld sparen, Zeit jedoch nicht. Wie digital sich die Weiterbildung in Unternehmen in Zukunft gestalten wird, hängt wohl davon ab wie viel Engagement in die Entwicklung der Lernprogramme gesteckt wird.