Als ich vor 20 Jahren einen Vortrag über Risikokapital in Wien hielt, war die Skepsis gegenüber der Start-up-Szene und dem Risikokapital noch sehr groß: Wie kann ein Business Angel einen Teil einer Firma haben wollen und gleichzeitig beraten, Mentor sein und mitbestimmen wollen?

In England war das damals schon anders. Da war die Nachfrage nach genau diesen Business Angels sehr groß. In den letzten Jahren hat sich die österreichische Haltung stark geöffnet und wir sehen heute nicht zuletzt deswegen ein Aufblühen der Gründerszene in unserem Land.

Richtig bewusst, dass hier einiges im Entstehen ist, wurde es mir, als wir 2015 das erste Mal mit dem I.E.C.T die Summer School On Entrepreneurship veranstalteten. Wir haben damals sehr viele Projekteinreichungen bekommen, die meisten mit sehr hoher Qualität. Dass es in Österreich so viele Technologieprojekte gibt, die investitionsreif sind, hätte ich mir vor dieser Summer School nicht träumen lassen.

Seitdem haben wir weit über 500 österreichische Start-ups gesehen. Das ist beeindruckend und hat mit einer grundsätzlichen Veränderung zu tun, die – davon bin ich überzeugt – von einigen jungen, cleveren ÖsterreicherInnen ausgeht. Denen ist egal, ob sie auf Englisch oder auf Deutsch arbeiten, sie sind standortunabhängig und vernetzt.

Diese Leute wissen, wenn sie international nicht wettbewerbsfähig sind, brauchen sie gar nicht anzufangen. Und sie wissen, was jetzt im Silicon Valley los ist oder in Cambridge oder Tokyo – also dort, wo die wichtigen Firmen sitzen, mit denen sie sich vergleichen oder mit denen sie zusammenarbeiten wollen.

Was ich unseren Gründern wünsche

Der berühmte Philosoph und Utilitarist Jeremy Benthon hat Anfang des 19. Jahrhunderts das Ziel der Menschheit so definiert: “We should maximize the happiness for the maximum number of people.” Das ist es, was ich einerseits unserer jungen Generation von Herzen wünsche.

Und bin ich davon überzeugt, dass auch der wirtschaftliche Erfolg unserer jungen Gründer von dem Einhalten dieses Gebotes abhängt: Wenn du etwas schaffst, das möglichst viele Menschen möglichst glücklich macht, wirst du Erfolg haben. Das bedeutet auch Ungleichheiten in der Gesellschaft zu beseitigen – und Hightech kann dabei helfen.