Hannes Jagerhofer
Eventguru und Erfinder des Beachvolleyball Grand Slams Klagenfurt

Mehr als hunderttausend begeisterte Fans pilgern jährlich zum Beachvolleyball-Turnier nach Klagenfurt an den Wörthersee. Die unvergleichliche Stimmung und Atmosphäre des mehrtägigen Events schlagen sich in unglaublichen Zahlen nieder: Die heurige Ausgabe brachte BesucherInnen-Zufriedenheitswerte von mehr als 98 Prozent, einen elf Kilogramm schweren Pressespiegel und knapp 23,5 Millionen Social-Media Kontakte. „Das ist ein ganz anderer Transport einer Botschaft, viel emotionaler und nur positiv“, erklärt Hannes Jagerhofer die steigende Bedeutung von Facebook, Twitter und Co. für Sponsoren und Werbekunden.

Vom Fast-Mediziner auf den Dancefloor

Während sich seine Arbeit mittlerweile maßgeblich um einen Ball dreht, liegen seine Anfänge bei den Scheiben und das kam so: „Ich bin von Klagenfurt nach Wien gezogen, um Medizin zu studieren. Das Studium ging aber nicht so schnell voran, wie sich mein Vater das vorgestellt hatte. Mein Einkommen wurde auf null gedreht und ich wusste, ich muss was machen.“ Zu dieser Zeit betreibt er bereits mehrere Segelschulen in Kärnten. In einer springt er eines Abends für den DJ ein. „Das hat gut funktioniert. Also hab ich angefangen aufzulegen. Vor allem Musik aus den Siebzigern - Soul, Funk, Disco.“ Sein Händchen für die heißen Scheiben spricht sich bis nach Wien herum, wo ihn das U4 anheuert.
„Ich hab gemerkt, dass immer mehr Leute wegen mir kommen, weil ihnen die Musik taugt. Ich dachte mir, damit kann man auch mehr machen und hab dann begonnen Clubbings zu organisieren.“ Vom U4 geht es in den Flugzeughangar nach Schwechat, das ehemalige Pornokino Rondell (jetzt der Jazzclub Porgy&Bess), die Sofiensäle und das Technische Museum. Angetan von seinem Gespür für gelungene Events werden die ersten Firmenkunden auf ihn aufmerksam. „Der erste Kunde war Apple. Wir haben die Präsentation des Laptops in Österreich organisiert. Das lief ganz gut“, schildert
Jagerhofer seinen Einstieg ins Eventmanagement vor mittlerweile mehr als zwanzig Jahren.

Mister Beachvolleyball startet durch

Bis er zum „Mr. Beachvolleyball“ geadelt wird, dauert es aber noch ein bisschen: „1994 hat mir ein Vertreter eines Sportartikelherstellers von dieser Sportart erzählt und mich gefragt, ob ich mir das mal anschauen will.“ Gesagt, getan und für „pfiffig und spritzig“ befunden, organisiert Jagerhofer 1996 die Austrian Masters. Als das Event im Jahr darauf in die World Tour aufgenommen wird, kommt das Ganze richtig ins Rollen und wird zu einem fixen Highlight im Kalender: „Da unten passt derzeit gerade alles. Das hat den Zahn der Zeit getroffen. Das Publikum ist Bestandteil des Entertainments und das schwappt auch auf die VIP-Tribüne über. Der Wörthersee mit seinem türkisfarbenen Wasser, die Sommersonne und die Partys tun ihr Übriges.“ Die Frage warum seine Events so erfolgreich sind, beantwortet er mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich hasse Veranstaltungen. Ich geh ungern hin, aber ich liebe es zu veranstalten. Das ist eine Form von Dienen. Ich seh gern, wenn die Leute eine gute Zeit haben und zufrieden sind. Deswegen bin ich in der Branche.“