„Von der Wiege bis zum Grabe, Formulare, Formulare!" Dieser Ausspruch gilt nicht nur im täglichen Leben, sondern gleichermaßen auch für die Beantragung von Förderungen. Während manche Unternehmen mit bürokratischen Hemmnissen zu kämpfen haben, lukrieren andere scheinbar mühelos Fördermittel in erheblicher Höhe für ihre Projektvorhaben. Was ist der Trick dabei?

Die Förderfalle

Die Antragsteller müssen während der Einreichphase die notwendigen Unterlagen in der entsprechenden Qualität beibringen. Vor allem kleinen Unternehmen mangelt es oft an der erforderlichen Zeit und sie finden sich in der sprichwörtlichen Förderfalle wieder. Die logische Konsequenz daraus ist, dass bei zukünftigen Projekten von unternehmerischer Seite keine Förderungen mehr nachgefragt werden.

Es empfiehlt sich im Vorfeld einer erfolgreichen Antragstellung folgende Fragen abzuklären:

  • Für NeugründerInnen/BetriebsübernehmerInnen: wird die unselbständige Tätigkeit weiter beibehalten bzw. war(en) der/die NeugründerInnen oder die Gesellschafter schon in der Vergangenheit selbständig aktiv?
  • Weist das Projekt positive (nachhaltige) Auswirkungen für das Unternehmen auf, z.B. Exportausweitung, Ansprechen neuer Kundenschichten, ein verbessertes Produktionsverfahren, Umweltrelevanz oder einfach klassische Ersatzinvestitionen?
  • Sind Eigenmittel aus der unternehmerischen Sphäre vorhanden und auch für das Förderprojekt einsetzbar?
  • Kann der Unternehmer für eine geförderte Bankfinanzierung entsprechende Sicherheiten beistellen und in welcher Form?
  • Liegt eine plausible Planrechnung bzw. ein Businessplan unter Berücksichtigung der unternehmerischen Auswirkungen nach Projektdurchführung vor?
  • Liegt eine Plankostenaufstellung unter Berücksichtigung der baulichen Mehrkosten vor?

Die einreichenden Banken leisten dabei wertvolle Inputs zur zielführenden Unterlagenaufbereitung und sorgen auch für die zeitgerechte Vorlage bei den Förderstellen.

Technische Expertisen für Umwelt- und Forschungsprojekte werden häufig von Kooperationspartnern der Banken beigestellt bzw. nehmen diese auf Wunsch der Kunden die komplette Antragseinreichung vor.

Organisation ist alles

Die Zeitspanne von der erstmaligen Antragsstellung, idealerweise vor dem verbindlichen Auftragsbeginn, bis zu einer endgültigen Förderzusage ist maßgebend. Die Qualität und die rasche Unterlagenbeistellung durch den Antragsteller entscheiden. Die meiste Zeit geht erfahrungsgemäß dadurch verloren, dass die vom Förderwerber aufzubereitenden Unterlagen verspätet oder nur nach mehrmaliger Aufforderung durch die Förderstellen beigebracht werden. Das ist weder im Sinne der Unternehmen noch der einreichenden Banken.

Unternehmen sind gut beraten, bei der Antragseinreichung Projektordner für die abzurechnenden Kosten anzulegen und die Belege (Originalrechnungen, Zahlungsbelege und Kontoauszüge in Kopie, Auftragsbestätigungen, etc.) entsprechend der eingereichten Projektkostenaufschlüsselung chronologisch zu ordnen.

Wenn EU-Förderungen eine Rolle spielen, übernehmen die Förderstellen selbst die Kostenkontrolle. Durch eine geordnete und transparente Darstellung der Abrechnungsgrundlagen werden die Rückfragen der Kontrolleinheiten auf ein Minimum reduziert.

Wenn Unternehmen diese Grundsätze beachten, haben sie gute Chancen, eine positive Förderentscheidung zu erlangen, Antragstellung und Abrechnung gehen so wie auf Knopfdruck.