Bei betrieblichen Gründungen, Übernahmen oder Zukunftsinvestitionen spielen Förderungen und steuerliche Anreize eine zentrale Rolle. Oft scheitern Projekte dieser Art am zu geringen Eigenkapital oder an fehlenden bankdienlichen Sicherheiten.

Gerade in solchen Fällen können Förderzuschüsse, geförderte Kredite oder öffentliche Garantien den entscheidenden Impuls geben, um ein Vorhaben zu verwirklichen. Hier ein paar Tipps und Tricks, die berücksichtigt werden sollten, wenn man über Förderungen nachdenkt:

  • Grundsätzlich helfen Förderungen, die Amortisationszeiten zu verkürzen. Allerdings ersetzen sie niemals die Ausfinanzierung eines Vorhabens. Ein Projekt muss sich auch ohne Förderungen rechnen!
  • Voraussetzung für einen erfolgreichen Förderantrag ist ein übersichtlicher Businessplan mit den wesentlichsten Details zur geplanten Umsetzung und einer plausiblen Planrechnung mit Planbilanzen auf 2–3 Jahre unter Berücksichtigung der angedachten Investitionen. Dieser ist mittlerweile Pflicht, um im Erstgespräch mit Banken, Eigenkapitalgebern oder Förderstellen reüssieren zu können.  
  • Die Wahl der Rechtsform ist für das Förderthema hingegen nicht von Relevanz. Unternehmen müssen in der Regel eine Kammermitgliedschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) vorweisen. In der Praxis werden EPU’s und (kleine) Kapitalgesellschaften unter Gründungsprivilegierung („NeuFÖG“) eröffnet.
  • Beim besonderen Fall einer Franchisegründung ist darauf zu achten, dass im Franchisevertrag keine Standort- oder Wettbewerbsklausel verankert ist. Bei Projektabrechnungen müssen bezogene Investitionen und Leistungen vom Franchisegeber transparent und ohne Gewinnaufschlag nachgewiesen werden. Im Gastronomiebereich sind Franchiseketten (Systemgastronomie) grundsätzlich nicht förderbar.
  • Eine relativ neue Förderung ist der seit Juli 2017 eingeführte Beschäftigungsbonus für NeugründerInnen und Bestandsunternehmen. Diese erhalten je zusätzlich geschaffenen Vollzeitarbeitsplatz einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Dienstgeberbeiträge über einen Zeitraum von maximal drei Jahren. Dieser Bonus kommt allen Unternehmen, unabhängig der Branche und Größenordnung zugute, wenn die grundsätzlichen Voraussetzungen des Beschäftigungsbonus erfüllt werden. Unter www.beschaeftigungsbonus.at sind die Details abrufbar. Ein Antrag kann sofort gestellt werden – spätestens 30 Kalendertage nach Anmeldung bei der Pflichtversicherung.
  • Empfehlenswert für NeugründerInnen und große Projektvorhaben sind öffentliche Garantieprogramme, kombiniert mit erp-(Gründer)Krediten und den damit verbundenen niedrigen Fixzinssätzen sowie vergünstigten Garantieprämien.
  • Zuschüsse von nationalen Stellen und von der Europäischen Union sind grundsätzlich für innovative Branchen und bei Investitionen mit erheblichen Umsatz- und Beschäftigungszuwächsen vorgesehen, aber auch für Nachhaltigkeitsprojekte und F&E-Vorhaben.
  • Staatliche Beteiligungsprogramme, wie z.B. der aws-Gründerfonds oder aws-Mittelstandsfonds, verbessern die Eigenkapitalstruktur und verschaffen den Zugang zu Business Angels, auf Wunsch auch mit dem erforderlichen technischen Wissen.

Wer das volle Potenzial an Förderungen ausschöpfen möchte, muss vor ersten verbindlichen Beauftragungen die Hausbank und relevante Finanzierungspartner einbinden.