Über 50.000 österreichische Betriebe werden in den kommenden zehn Jahren zur Übernahme anstehen. „Damit diese nachhaltig weitergeführt werden, suchen wir aktive und engagierte Gründer“, sagt Elisabeth Zehetner von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Übernahme eines bestehenden Unternehmens

Gründe ein bereits bestehendes Unternehmen zu übernehmen, gibt es viele. Der offensichtlichste: Man muss dieses nicht erst von Grund aufbauen. Gerade in Branchen, bei denen zunächst viel Geld in Betriebsanlagen investiert werden muss, ist dies aus der Gründerperspektive besonders interessant. „Auf eine bereits bestehende Infrastruktur aufzubauen ist leichter als einen leeren Raum einzurichten“, so Zehetner. Nicht nur der Standort und die Einrichtung des Betriebes, auch dessen Name und Kundenstamm sind Teil des Übernahme-Pakts. „Dadurch hat man Umsatz ab dem ersten Tag.“

Viele offene Fragen bei einer externen Übergabe

Während bis vor einigen Jahren der Großteil aller Betrieb noch innerhalb der Familie weitergegeben wurden, geht der Trend mittlerweile zur externen Übergabe. Eine gute Vorbereitung ist in beiden Fällen wichtig: „Ohne sich detailliert informiert zu haben, sollte man auf keinen Fall eine Übernahme anstreben“, rät die Wirtschaftsexpertin. Wichtige Fragen sind dabei die rechtlichen Voraussetzungen, bestehende Verträge oder die Frage ob Pacht oder Kauf. „Es gibt jede Menge Fragen, bei denen man Experten zu Rate ziehen sollte.“

Unterschiedliche Wertvorstellungen

Auch für den ausscheidenden Unternehmer ist die Übergabe ein großer Akt. „Viele haben ihr ganzes Leben in ihrem Geschäft verbracht, es von der Pike auf aufgebaut“, so Zehetner . „Dadurch hat es für sie einen extrem hohen emotionalen Wert.“ Dieser stimmt jedoch nicht immer mit dem tatsächlichen Wert des Unternehmens überein. „Das ist dann eine schwierige Phase, in der beide Seiten ganz unterschiedliche Vorstellungen haben.“