Man kennt es aus eigener Erfahrung: Wenn man sich wohl und fit fühlt, steigert das gleichzeitig die Motivation und die Leistungsfähigkeit im Job. Diesen logischen Zusammenhang erkennen auch immer mehr Unternehmen und investieren deshalb in die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Das Stichwort lautet: soziale Nachhaltigkeit. Die Studie „Health Management Survery 2014“ des Unternehmensberaters Mercer besagt, dass bereits mehr als 90 Prozent der österreichischen Unternehmen mit einer Größe von mindestens 250 Mitarbeitern Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umsetzen.

Kleinere Betriebe sind zurückhaltender – nur knapp ein Viertel der heimischen Kleinbetriebe bietet für ihre Mitarbeiter Gesundheitsmaßnahmen an. Neben knappen zeitlichen und personellen Ressourcen befürchten Betriebe mit geringerer Größe häufig, dass die Kosten für soziale und gesundheitliche Mitarbeiterprojekte zu hoch sind. Dabei gibt es Förderungen, die bei Bedarf genutzt werden können – sowohl österreichweit als auch in den einzelnen Bundesländern.

Mitarbeiter und Unternehmer profitieren

Größere, aber auch kleinere Investitionen in die Lebensqualität der Mitarbeiter machen sich gleich mehrfach bezahlt: Sie bieten die Möglichkeit, Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit sowie die Bindung an das Unternehmen zu steigern und Krankenstände zu reduzieren. Der Hauptgrund für die Einführung einer betrieblichen Gesundheitsförderung und anderer sozialer Anreize sollte die Steigerung der Lebensqualität der Mitarbeiter sein.

Aber auch die Unternehmen selbst profitieren langfristig davon, etwa durch ein besseres Betriebsklima, mehr Miteinander, weniger Fehlzeiten, Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit oder einer Imageverbesserung. „Betriebliche Gesundheitsförderung sichert die Leistungsfähigkeit der Belegschaft und hilft, Wettbewerbsvorsprünge zu erzielen und zu erhalten“, so das Urteil der Unternehmensberatung Roland Berger.

Mehr Bewegung in den Alltag bringen

Unternehmen können zwischen einer großen Bandbreite wählen, um im Mitarbeiterwesen sozial nachhaltig zu agieren. Betriebliche Gesundheitsvorsorge umfasst etwa regelmäßige kostenfreie Gesundheitschecks, Impfungen oder die Anschaffung ergonomischer Büromöbel. Eine weitere Option ist, mehr Bewegung ins tägliche Leben zu integrieren. Einerseits können Firmen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, in ihrer Freizeit Zugang zu Sporteinrichtungen wie Fitnesscentern oder Kursen zu haben.

Betriebliche Gesundheitsförderung sichert die Leistungsfähigkeit der Belegschaft und hilft, Wettbewerbsvorsprünge zu erzielen und zu erhalten

Vergünstigte Abos, kostenlose Eintritte oder Kooperationen sind nur einige von vielen Ideen, die bereits umgesetzt werden. Einige größere Unternehmen haben bereits eigene Gymnastikräume, in denen nach der Arbeit Sportkurse angeboten werden. Andererseits setzen immer mehr Firmen auf gemeinsames Sporteln nach der Arbeit wie Laufrunden, Wandertage oder Radausflüge. Auch die gemeinsame, für Mitarbeiter kostenlose Teilnahme an Sportbewerben oder teambildende Freizeitangebote haben sich etabliert.

Unterstützung für Eltern und laufende Weiterbildung

Die Vereinbarung von Beruf und Familie zählt wohl zu den wichtigsten Bedürfnissen von Arbeitnehmern mit Kindern. Kleinere Unternehmen haben zwar meist keine eigenen Betriebskindergärten, können Mütter und Väter aber anderweitig unterstützen. Etwa durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Homeworking oder attraktive Modelle betreffend Karenzzeiten und Wiedereinstieg in den Betrieb.

Zufriedenheit am Arbeitsplatz hängt darüber hinaus auch maßgeblich von den konkreten Aufgaben und Arbeitsanforderungen ab. Wer laufend in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, investiert gleichzeitig in die Qualität und die soziale Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens. Darüber hinaus werden Aufstiegs- und Entwicklungschancen geschaffen und intern bereits die Führungskräfte von morgen gesichert.

Neben standardisierten Kursen und betriebsinternen Programmen ist es wichtig, dass Mitarbeiter sich interessengeleitet weiterbilden können. Die Devise lautet: Fordern und fördern – aber nicht überfordern.