Paul, was hast du vor der Gründung gemacht?

Offiziell habe ich Publizistik studiert. Tatsächlich habe ich aber vor allem Musik und Praktika gemacht. Als ich nach Wien gezogen bin, war die Uni gerade besetzt. Da war das mit dem fleißigen Studieren schwierig.

Wie entstand die Idee für euer Start-up?

Georg meinte irgendwann, dass es cool wäre, wenn Trinkflaschen gut aussehen würden. Damit könnte man Leute dazu bringen, Leitungswasser zu trinken und so Abfall vermeiden. Nur, um mal zu sehen, ob das klappt, haben wir ein paar Flaschen hergestellt.

Die ersten Prototypen waren nach ein paar Tagen ausverkauft. Da haben wir gemerkt, dass man daraus ein Business machen könnte. Heute sind wir ein Unternehmen mit 25 Leuten und haben letztes Jahr mehr als 100.000 Flaschen verkauft. Damit lagen wir deutlich über der Planung.

Welche Vision verbindest du mit soulbottles?

Ich möchte sinnvolle Produkte entwickeln und eine Organisation schaffen, die anders aufgebaut ist – Autonomie und gewaltfreie Kommunikation sind uns sehr wichtig. Wir möchten zeigen, dass man die Power von Unternehmen nicht nur für Profite nutzen kann, sondern auch, um das Leben von Menschen zu bereichern.

Was waren eure wichtigsten Lektionen auf dem Weg dahin?

Ich hatte überhaupt keine klassische Business-Ausbildung. Wir mussten alles lernen – learning by doing. Ich glaube, wir hatten einfach Glück, dass wir so naiv waren und einfach gemacht haben.

Was würdest du anderen Start-ups mit auf dem Weg geben?

Viele Leute warten lange, bevor sie mit etwas rauskommen, weil sie es perfekt machen wollen. Wenn man eine gute Idee hat und offen und ehrlich kommuniziert, dann verzeihen einem die Leute auch Fehler.

Hast du auch manchmal Angst, dass es nicht klappen könnte?

Es gibt die Momente, wo Sorgen und Ängste hochkommen: Wenn wir pleitegehen, dann sind alle arbeitslos und ich habe einen Haufen Schulden. Gerade am Anfang war das sehr präsent. Ich bin dann in mich gegangen und hab mich gefragt: Für was bin ich dankbar? Das sind gute Beziehungen zu Freunden und Familie. Das würde ich auch im schlimmsten Fall nicht verlieren.