Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihr Unternehmen zu gründen?

In den 80ern habe ich einige wenige Landwirte kennengelernt, die Kräuter im Flächenanbau produzierten – das war auch mir als Bauernsohn neu. Jedoch habe ich mir sofort gedacht, dass das ein großes Potenzial hat und ich in der Lage bin, diese Produkte gut zu vermarkten. Ein Gewerbeschein war schnell organisiert und so habe ich dann 1988 Sonnentor gegründet. Aber Unternehmer werden ist nicht schwer, Unternehmer sein dagegen sehr.

Welche Anfangsschwierigkeiten hatten Sie denn?

Auch wenn ich bereits in meinem ersten Jahr recht erfolgreich war, habe ich natürlich auch vor vielen verschlossenen Türen gestanden: Im etablierten Lebensmittelhandel war Bio ja noch überhaupt kein Thema. In Österreich gab es nur 15 Bioläden. Deshalb habe ich anfangs vor allem auf Bauernmärkten direkt verkauft. Bald kannten mich alle in der Region als den Spinner mit der Lederhose und die Mundpropaganda machte mein kleines Unternehmen zunehmend interessant.

Wann hatte sich Ihr Unternehmen erstmals stabilisiert?

Im vierten Jahr wurde ich nicht mehr schief angeschaut – Sonnentor hatte sich gut etabliert. Ich hatte mit dem Export nach Deutschland begonnen, was das Geschäft noch einmal sprunghaft ankurbelte. Durch Österreichs EU-Beitritt 1995 sind wir dann um 100 Prozent gewachsen. Den endgültigen Durchbruch hatten wir schließlich 2001 als uns ein großer deutscher Biohändler listete.

Was haben Sie aus der Gründungsphase gelernt?

Man sollte sich authentisch präsentieren. Beim Wachstum sollte man sich vor allem auf seine Kernkompetenz konzentrieren und nicht wahllos Produkte integrieren, nur um den Profit zu erhöhen. Stetig wachsen – aber dabei bescheiden bleiben.

Was ich jedem Unternehmensgründer empfehle: Man muss für seine Idee brennen – ohne Begeisterung geht es überhaupt nicht. Erfolg hat man dann, wenn gut vorgearbeitet wurde. Wie beim Bauern auch: Es gibt nur etwas zu ernten, wenn auch gesät und das Feld bestellt wurde.