„Ich gehe fast nie auf Urlaub“, schmunzelt Alexander Sattler. „Im Vorjahr war ich nur ein paar Tage nicht im Geschäft. Ich könnte mir ja ohne weiteres ein, zwei Wochen im Jahr freinehmen, aber ich weiß, dass würde ich nicht lange aushalten.“ Wer dem 30-jährigen Jungunternehmer zuhört, bemerkt sofort: hier arbeitet jemand mit großer Hingabe und Liebe zum Beruf.

Seit August 2013 hat Sattler unweit vom Grazer Hauptplatz das Brillenfachgeschäft „Sattler-Optik“ eröffnet. Mit einem hochqualitativen Produktangebot, einer hauseigenen Werkstatt und individuellen Serviceleistungen, konnte sich das Geschäft rasch in der steirischen Hauptstadt etablieren.

Der Weg zur Unternehmensidee

Die Idee, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, hatte Sattler schon während seiner Lehrzeit zum Optiker. „Mich hat der Beruf von Anfang an fasziniert und ich wollte ihn aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten. Bei mir ist das mehr Berufung als Beruf“, unterstreicht Sattler seinen Grundansatz. Sattler ist nicht nur Meisteroptiker, Kontaktlinsenmeister und Hörgeräte-Akustikmeister, sondern auch Optometrist.

Optometrie ist ein unabhängiger, ausgebildeter Gesundheitsberuf. Optometristen sind, so lässt es sich kurz zusammenfassen, „Dienstleister für den Gesundheitsstatus des Auges“. Das Studium dazu hat Sattler im Rahmen einer universitären Ausbildung in Berlin absolviert. Eine gute Möglichkeit, um sich in die Thematik zu vertiefen.

Erfahrung macht sich bezahlt

Die über 13 Jahre gewonnenen, weitreichenden Vorkenntnisse rund um Optik und Brillen haben dem Meisteroptiker viel Sicherheit und Selbstvertrauen bei der Eröffnung seines eigenen Geschäfts gegeben. Mit diesem Fundament an Know-how und Erfahrung hat Alexandar Sattler nach rund einjähriger Suche eine ideale Geschäftsfläche in der Grazer Innenstadt gefunden. „Ich wusste ganz genau, was es alles braucht, um ein hochqualitatives Brillen- und Optikfachgeschäft auf die Beine zu stellen“, erzählt Alexander Sattler. Bevor er sich für dieses Geschäft entschieden hat, war er regelmäßig vor Ort und hat mit einem Frequenzzähler die Kundenfrequenz gemessen und das Einkaufsverhalten beobachtet.

Wo waren die größten Hindernisse, die es vor der Geschäftseröffnung zu überwinden galt? Sattler braucht da nicht lange nachzudenken: „Mit Sicherheit die umständliche Bürokratie.“ Förderungen seien hierzulande zwar gute Instrumente für Jungunternehmer, aber wer in den Genuss dieser kommen möchte, dem wird es schwer gemacht, erzählt der Meisteroptiker.

„Wenn ich für jede Zange einen Kostenvoranschlag einholen und dazu noch Zahlungs- und Bankbestätigung einfordern und diese zur Einreichung vorlegen muss, wird es gerade beim Unternehmensstart mühsam“. Auch seine Erfahrungen mit Gemeindebediensteten zeichnen sich nicht gerade durch Service und Unterstützung aus. Für Sattler wäre es auf jeden Fall wichtig für die heimische Unternehmenskultur, wenn bürokratische Abläufe vereinfacht und simpler gestaltet werden würden.

Fachwissen als USP

Worin unterscheidet sich sein Optikfachgeschäft von den großen, preisaggressiven Ketten? In der Optikbranche liegen für Unternehmer laut Alexander Sattler die Unterscheidungsmerkmale vor allem bei zwei wesentlichen Punkten: Erstens beim fachlichen Wissen: „Es geht beim Brillenkauf nicht nur um die reine Beratung, sondern auch um qualitative Dienstleistungen“, betont der Optometrist. Sehtests, Augendrucktests oder Anpassung von Kontaktlinsen sind wesentliche Serviceelemente, worin sich der Fachhandel von den den großen Ketten abhebt.

Der zweite wichtige Punkt: die Auswahl der Fassungen. In den letzten Jahren wird die Brille immer mehr zum bloßen Modeaccessoire, beklagt Sattler. „Wir bieten dagegen hochqualitative Fassungen und setzten auf individuelle Designs. Die intensive Beschäftigung mit Trends und Stilentwicklungen sowie der enge Kontakt mit den Designern ist natürlich ebenfalls ein Qualitätskriterium.

Seit einiger Zeit gibt es im Geschäft auch eine eigene Manufaktur. Hier werden beispielsweise Hornbrillen selbst gebaut. Auch mit der Anfertigung individueller Kunststoffbrillen hat man vor einiger Zeit begonnen. Die kleine, feine Werkstatt zählt ebenfalls zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal, um beim Kunden zu reüssieren.

Hat seit dem Start des Unternehmens alles so funktioniert, wie er es sich vorgestellt hat? Alexander Sattler: „Bis jetzt bin ich noch auf nichts gestoßen, was nicht wirklich umsetzbar gewesen ist. Und wenn es nicht funktioniert hat, war es nicht schlimm“. Sein Leitspruch „Leidenschaft ist der Weg zum Erfolg“ hat sich bis jetzt in jedem Fall realisieren lassen.