In Zeiten, wo Verbraucher von Waren und Informationen überflutet werden und sich beim Konsum aus vielerlei Gründen teils bewusst zurücknehmen, zieht ein Produkt allein kaum noch. Vielmehr zählt für den Verkauf das Gesamterlebnis, dass der Konsument dabei hat. Als Ladenbetreiber ist man demnach nicht mehr nur Repräsentant, Lieferant und Verkäufer, sondern Eventmanager und Entertainer. Der Laden selbst wird zur Eventlocation.

Ihr Laden als Eventlocation

2016 geht es um „Erlebnishandel“. Der gilt derzeit als eine erfolgversprechende Strategie. Mancher spricht auch von Shop-Entertainment, wenn er die Erwartungen der Kunden auf den Punkt bringen will. Zwei Trends lassen sich ausmachen, mit denen die Geschäftsleute versuchen, ihre Ware als Teil eines Unterhaltungsprogramms zu verkaufen: Zum einen reduzieren sie Ladeneinrichtung und Ware so stark, dass sie jedes Produkt einzeln in Szene setzen können – dekorativ und informativ.

Dabei hilft eine multimediale Beschilderung (Stichwort: Digitale Signage), die Aufmerksamkeit der Kunden zu wecken und zu fesseln, so dass Video & Co. die direkte Kontaktaufnahme mit der Ware initiieren, die schlussendlich in Begehren und Kauf resultiert. Zum anderen schaffen Händler mit dem Ladendesign eine Atmosphäre, in der sich der Kunde wohlfühlt wie im heimischen Wohnzimmer. Die Ladeneinrichtung wirkt dann weniger minimal und puristisch, sondern vielmehr heimelig warm.

So oder so gestaltet, ist es an Ihnen als Laden- alias Eventlocation-Betreiber, Ihre Kunden in die Location zu locken und ihnen dort ein einmaliges Einkaufserlebnis zu bescheren. Das gelingt bei Neukunden über Einzigartigkeit, die auffallend inszeniert wird. Und zufriedene Neukunden werden zu Dauerkunden und werbenden Multiplikatoren. Passend zum Interieur müssen Fassade und Eingang in das Ladendesign einbezogen werden. Da Sie, insbesondere bei gemieteten Ladenlokalen, häufig die kreative Gestaltung Ihres Ladens begrenzende Klauseln im Mietvertrag stehen haben, ist es ratsam, die ladenspezifische Gestaltung von außen nach innen umzusetzen.

Eingangsbereich und Schaufenster sind die nach Außen wirkenden Flächen, auf denen Sie Ihre Geschäftsbotschaft platzieren, die der Kunde leicht aus der Ferne erkennen sollte. Die klassische Ausstellungsfläche im Schaufenster können Sie wie üblich zur oft räumlich abgetrennten Präsentation ausgewählter Ware nutzen – oder trendbewusst als Fenster in Ihren Laden. Ist der passend inszeniert und ausgeleuchtet, führt das somit offen in Ihre Geschäftswelt einladende Gestaltungskonzept dazu, dass der Kunde Ihren Laden neugierig und kaufwillig betritt.

Laden als Milieu-Inszenierung

Dass er sich dort willkommen und wohlfühlt, heißt für die Ladengestaltung: Sie muss nicht nur der Ware gerecht werden, sondern zunehmend dem Milieu, mit dem die angepeilte Kundschaft sich identifiziert. Das gibt dem Ladenbau eine soziale Dimension, wobei man die Identifikation seitens der Kunden mit „ihrem“ Milieu noch differenzieren kann: Der einzelne Kunde fühlt sich in seinem (von Ihnen inszenierten) Milieu wohl, weil er in diesem gelebt hat, lebt oder leben möchte.

Soll die Gestaltung des Ladens der Milieuvorstellung des Kunden gerecht werden, sind Kenntnisse der Kundenwünsche Voraussetzung. Ganz wichtig: Der Ladenbau muss die Nutzenbotschaft visuell transportieren, die Sie als Inhaber übermitteln wollen. Das Sichtbarmachen hilft Ihnen, sich als Marke zu profilieren. Das wiederum verschafft Vorteile im Wettbewerb – der Kunde, dessen Milieu Sie ladenbautechnisch optimal in Szene gesetzt haben, speichert Ihre Adresse als Einheit von Produkt und Event ab: Das ist die beste Voraussetzung für seine Wiederkehr!

Laden als Social-Media-Plattform

Shopping dient dem Kunden heute neben der reinen Warenbeschaffung auch zum Socialising. Dem muss auch Ihre Ladengestaltung Rechnung tragen, beispielsweise mit einladenden Verweilelementen wie Loungeecken, einer Bar oder einem Stamm(kunden)tisch. Aus Ihrem Point of Sale wird so ein Treffpunkt für Menschen. Sie bieten damit neben der Ware die ersehnte Gelegenheit zu kommunikativem Austausch mit anderen im perfekt passenden Ambiente.

Ladenbau 2.0 kreativ umsetzen

Ladenbau 2.0 ist im Großen wie Kleinen machbar, für ein einzelnes Ladenlokal wie für eine Ladenkette. Steht das Design auf dem Papier, können Sie die Ladeneinrichtung vom Handwerker individuell anfertigen lassen oder passgenau im Fachhandel kaufen. Beide Lösungen sind kostenintensiv. Sparen kann, wer das Geschäftstreiben in seiner Region beobachtet und bei günstigen Gelegenheiten zugreift: Gebrauchte Ladenmöbel lassen sich zum Beispiel auf das eigene Konzept buchstäblich zuschneiden.

Vielleicht stoßen Sie auch auf Einrichtungsgegenstände, die Sie zweckentfremden können: So macht landwirtschaftliches Gerät einen Blumenladen rustikal, während alte Schulsportgeräte ein Klamottengeschäft oder einen Brillenladen puristisch in Szene setzen können. Selbst eine ehemalige Apotheke oder Bar wird mit passendem Licht zum Showroom für Hightech oder die Ausstattung einer alten Zahnarztpraxis zur Eventlocation, in der Sie Bücher verkaufen.