Wie kommt man auf die Idee, dass Schnee das Produkt ist, das man gerne verkaufen möchte?

Ich habe an der Universität für Bodenkultur in Wien Forstwirtschaft studiert und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Schnee und Lawinen gearbeitet. Im Laufe der Zeit hat mich das Thema Schneeerzeugung immer stärker interessiert. Zeitgleich entstand gemeinsam mit drei Kollegen die Idee dahingehend zu forschen.

Um zu forschen muss man nicht unbedingt ein Unternehmen gründen. Wie kam es zur Idee der Unternehmensgründung?

Neuschnee ist ein klassisches Spin-off. Unser Ziel war es schon immer, auch ein Produkt auf den Markt zu bringen. Als es im Juli 2014 zur Gründung kam, waren allerdings nur noch zwei der vier Erfinder von Neuschnee mit an Bord. Mittlerweile sind wir vier Gesellschafter und haben einen Mitarbeiter.

Wie hat Ihre Finanzierung in der Gründungsphase ausgesehen?

Uns war von Beginn an klar, dass wir Eigenmittel einbringen müssen. Aber wir haben auch ein von uns entwickeltes Laborgerät an die Universität Braunschweig verkauft. Außerdem haben wir finanzielle Unterstützung von Gründungseinrichtungen erhalten.

Streng genommen verkaufen Sie gar keinen Schnee, sondern die Gerätschaften um diesen herzustellen. Ist das richtig?

Ja und noch verkaufen wir auch nichts, weil wir einfach noch nicht marktreif sind. Wir befinden uns in unserer ersten Versuchssaison mit unserem Freiluftlabor im Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl. Dort beschäftigen wir uns mit der Skalierung des Prozesses und optimieren die Anlage.

Haben Sie sich Ihre Erfindung patentieren lassen?

Die beiden Universitäten haben ein Patent angemeldet. Wir haben einen exklusiven Lizenzvertrag zur wirtschaftlichen Verwertung mit ihnen abgeschlossen.

Entsteht dadurch eine Monopolstellung für Sie?

Wir müssen zumindest vorerst keine Angst haben, dass uns jemand in die Quere kommt. Sobald wir aber das Produkt am Markt platziert haben und es sich bewährt, wird es sicher Nachahmer geben. Bis dahin können wir aber ohne großen Druck arbeiten.

Wie unterscheidet sich der von Ihnen produzierte technische Schnee vom herkömmlichen Kunstschnee?

Unser Ziel ist es einen möglichst naturnahen Schnee zu produzieren. Deswegen gefrieren wir auch keine Wassertropfen, wie bei der gewöhnlichen Schneeerzeugung, sonder lassen Schneekristalle wachsen. Durch den geringeren Wasserverbrauch können wir umweltschonender produzieren, was besonders im (hoch)alpinen Raum sehr wichtig ist, weil sich dort die Natur von allen Eingriffen nur langsam erholt.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Wir möchten uns einmal in Österreich etablieren und zeigen, dass ressourcenschonende Schneeerzeugung möglich ist. In weitere Folge wollen wir unser Absatzebiet auf den gesamten Alpenraum ausdehnen.

Ist eine solche Expansion leicht möglich oder sind die (Umwelt)auflagen in den einzelnen Ländern sehr verschieden?

Wir haben in Österreich sehr restriktive Bedingungen. Es darf nur qualitativ hochwertiges Wasser verwendet werden. In anderen Ländern sieht es da anders aus. Dort darf man mit Additiven anreichern, was dazu führt, dass das verwendete Wasser keine Trinkwasserqualität mehr hat. Wenn wir es also in Österreich schaffen, können wir es überall schaffen.