Der demografische Faktor hat auch Österreich im Griff. Inzwischen müssen für rund 50.000 Unternehmen in den kommenden zehn Jahren Nachfolgeregelungen gefunden werden. Allein im vergangenen Jahr gab es mehr als 6.000 Unternehmensübergaben.

Zwei Arten von Nachfolge

„Wir unterscheiden zwischen sogenannten internen Übernehmern, die aus der eigenen Familie kommen, und externen Übernehmern, die entweder über ein klassisches Management Buy-out oder aber durch den Einstieg in die Firma eine Übernahme anstreben“, erläutert Dr. Michael Umfahrer, öffentlicher Notar in Wien.

Grundsätzlich rät er beiden Seiten möglichst langfristig vorzugehen. Ideal wären Prozesse von fünf bis zehn Jahren, doch leider, so beklagt der Notar, „beschäftigen sich die Inhaber meist zu spät mit ihren Nachfolgeregelungen.“

Das habe auch mit psychologischen Gründen des Nicht Loslassen-Könnens zu tun, könne aber in der Übernahmesituation verheerende Folgen haben, da es in Unternehmensnachfolgen nicht nur um rein finanzielle Faktoren, sondern auch um vorhandene, gelebte Firmenkulturen gehe.

Bei externen Übernahmen gehörten die klassische Due Dilligence, also die Unternehmensbewertung, ebenso dazu, wie Fragen der Finanzierung.  Sorgfalt gehe auch hier vor Schnelligkeit, betont der Wiener Notar. Menschen, die sich selbständig machen wollen, rät Dr. Umfahrer zwar nicht grundsätzlich von einer Übernahme ab, eine intensive Prüfung der Firmen sei aber dringend geboten.

Erbschaftsregeln beachten

„Bei familiären Firmenübergaben ist zu beachten, dass es bei der strengen Regelung der Pflichtteilsansprüche bei Erbschaften nicht zu Verwerfungen kommt, die für Unternehmen existenzbedrohlich werden können.