Die Zahlen sprechen für sich: 16 Prozent Anteil am BIP und durchschnittlich mehr als 210.000 Beschäftigte pro Jahr, Tendenz steigend und das selbst während der Krisenjahre. Kurz: Tourismus ist und bleibt einer der zentralen Wirtschaftsmotoren des Landes. Das wird sich auch so bald nicht ändern. Denn die Zukunft gehört der Dienstleistung und jeder weiß: die Hotellerie ist Dienstleistungskaiser.

Hotels sind Garanten gegen Landflucht, erfüllen ganze Regionen mit Leben und bringen wirtschaftliches Wachstum in die abgelegensten Talschaften: 80 Prozent aller Investitionen eines Beherbergungsbetriebs erfolgen im Radius von 90 Kilometern – think global, act local gilt für die Hotellerie nicht erst seit gestern.

Eine Frage der Wertschöpfung

Alles paletti mag man meinen, schließlich kommen doch jedes Jahr mehr und mehr Gäste nach Österreich … oder? Auch wenn es stimmt, ist das nur eine Seite der Medaille. Das beweisen die Zahlen. Laut Österreichischer Hotel und Tourismusbank liegen die Gewinne von 3*-Betrieben bei rund 4 Prozent. Ähnlich das Bild in der Premiumklasse der heimischen Hotels: 4*- und 5*-Betriebe erwirtschaften Gewinne von 5 Prozent.

Ressourcen nutzen

Wirtschaften die Hoteliers also schlecht? Nein, sie sind sogar Meister darin, aus diesen begrenzten finanziellen Mitteln das Maximum herauszuholen. Das müssen sie auch sein, denn der Wettbewerbsdruck steigt, auch von außerhalb Europas. Deshalb wird es in den nächsten Jahren noch wichtiger, die Rahmenbedingungen an unsere Stärken anzupassen und unsere Trümpfe auszuspielen.

Wir sind nicht das Silicon Valley und auch nicht Europas Werkbank. Unsere wertvollsten Ressourcen sind unser touristisches Know-how, natürlich unsere Kultur und unsere Berge und Seen, die unsere Gäste aus aller Welt so sehr schätzen. Unsere Tourismusexporte – der Verkauf unserer Dienstleistungen an internationale Gäste – rettet jedes Jahr die Leistungsbilanz. Setzen wir auf diese Stärken.

Herausforderung Nr. 1: Fachkräfte

Der Tourismus wächst so stark, dass unser Fachkräftepotenzial nicht mithalten kann. Der demographische Wandel und eine gesunkene Attraktivität der Lehre befeuern die Entwicklung weiter. Andere suchen ihr Heil in der Automatisierung, die Dienstleistung bleibt ein people business: Gastlichkeit lässt sich nicht auf 0 und 1 reduzieren. Die Branche ist sich der Herausforderung bewusst und greift mittlerweile zur Selbsthilfe.

Mit dem Tag der offenen Hoteltür am 12. Oktober veranstaltet die ÖHV bereits zum dritten Mal die größte Jugendarbeitsmarktoffensive aus der Branche für die Branche. Top-Ausbildungsbetriebe in ganz Österreich öffnen ihre Türen und gewähren interessierten Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen. Dort sehen interessierte Jugendliche und Eltern, wie in Hotels gearbeitet wird und welche internationalen Karrieremöglichkeit die Branche jungen Menschen bietet.