Wer bewusst konsumieren möchte und darum beim Lebensmitteleinkauf auf die Verwendung regionaler Rohstoffe und die meisterliche Verarbeitung achten will, hat es nicht einfach. Viele Betriebe produzieren heutzutage aus Kostengründen in Großproduktionszentren und lassen sich Aufbackbrötchen, Kuchen oder Fleisch- und Wurstwaren fertig produziert direkt in den Laden liefern. Dies macht es für den Konsumenten schwierig nachzuvollziehen, woher seine Lebensmittel tatsächlich stammen und welche Rohstoffe sie beinhalten. 

 

Traditionelles Handwerk und regionale Produkte

Dem gegenüber stehen Betriebe, bei denen Erzeugnisse mit tradi-tionellen handwerklichen Formen und Herstellungsweisen einen besonderen Stellenwert haben. Diese Bäcker, Fleischer oder Konditoren können mehr als nur Brötchen aufbacken und Wurst aufschneiden. Ihnen geht es um die meisterliche Verarbeitung, das heißt, die frische Herstellung ihrer Erzeugnisse von Hand – und vor Ort in einem Betrieb, der durch einen Meister mit Brief geführt wird. Die Mitarbeiter sind Facharbeiter, Gesellen oder Lehrlinge, durch deren Ausbildung nicht nur das Wissen um die meisterliche Handwerkskunst in die nächsten Generationen getragen wird, sondern auch die Region durch die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert wird. 

„Aus der Region – für die Region – mit der Region“ ist ein wichtiger Leitsatz für solche Betriebe, denn sie fertigen nicht nur regionstypische Spezialitäten, sondern kaufen auch die Rohstoffe für ihre Produkte sofern möglich aus der Region oder dem Inland ein. Damit garantieren sie vielen kleinen und mittelgroßen Betrieben in der Region eine sichere Existenz und fördern so die regionale Wirtschaft. Außerdem erfüllen sie ihren Kunden den Wunsch, Produkte aus ihrer Heimat einzukaufen, die mit großer Sorgfalt hergestellt worden sind. 

 

Klarheit für den Konsumenten

Solche Betriebe, die der Tradition und dem Handwerk, regionalen Spezialitäten und heimischen Rohstoffen verpflichtet sind, werden seit April 2012 vom Agrarmarkt Austria Marketing mit dem AMA-Handwerksiegel ausgezeichnet. Dabei sind drei Kriterien wichtig, welche die Betriebe erfüllen müssen: Das meisterliche Handwerk, die Verwendung regionaler Rohstoffe und die unabhängige Kontrolle, die durch eine externe Fachstelle vorgenommen wird. Bis heute gibt es bereits 38 zertifizierte Lebensmittelhandwerke in ganz Österreich – und viele weitere haben Interesse an der Auszeichnung, denn damit können die Betriebe ihren Kunden klar kommunizieren, dass sie traditionelles Handwerk leben und Wert auf regionale Rohstoffe legen. Das schafft nicht nur Nähe und Vertrauen zu den Kunden, sondern stärkt die ganze Region.