Ursprünglich vor allem in der Land- und Forstwirtschaft verwendet, ist Nachhaltigkeit mittlerweile in vielen anderen Wirtschaftssektoren angekommen. Immer mehr KonsumentInnen entscheiden sich gezielt für nachhaltige Produkte und schätzen beispielsweise den Wert von biologischen, regionalen oder saisonalen Lebensmitteln oder fair hergestellten Kleidungsstücken.

Die bewusste Konsumentscheidung für die „Marke“ Nachhaltigkeit gehört für viele auch abseits des Alltages mittlerweile zum Lebensstil. Wer im Urlaub nicht auf Nachhaltigkeit verzichten möchte, wird gerade in Österreich eine Vielzahl an „grünen“ Tourismusbetrieben finden.

Sanfter Tourismus als ökonomisches Potenzial

Der sanfte Tourismus, wie nachhaltiger Tourismus auch genannt wird, legt einen Schwerpunkt auf den Schutz der unmittelbaren Natur, der biologischen Vielfalt sowie allgemein der Umwelt und des Klimas. Neben ökologischen Gesichtspunkten sind für grüne Tourismusbetriebe auch nachhaltige ökonomische Faktoren von Bedeutung. Am augenscheinlichsten wird das Potenzial nachhaltigen Wirtschaftens bei Familienbetrieben, die ohnehin über Generationen hinweg längerfristig planen müssen.

Darüber hinaus haben Aspekte der Corporate Social Responsibility, sozialverträgliches Reisen, Gemeinschaftswohl und MitarbeiterInnenführung an Relevanz gewonnen. Nachhaltiger Tourismus vereint daher ökologische, ökonomische und soziale Perspektiven und kümmert sich schließlich um authentische kulturelle Angebote.

Ganzheitliche Zertifizierungsmöglichkeiten

Was macht aber nun einen guten nachhaltigen Tourismusbetrieb aus? Wichtig ist, dass möglichst alle Bereiche eines Beherbergungs- und Gastronomiebetriebes in das Nachhaltigkeitskonzept miteinbezogen werden. Das beginnt bereits bei der Unterstützung einer umweltschonenden Anreise des Gastes zum Urlaubsort. Auf den ersten Blick wird Nachhaltigkeit bei  Ausstattung und Design erkennbar und bei genauerem Hinsehen auch in baubiologischen Elementen.

Nachhaltigkeit zeigt sich aber auch beim Umgang mit Abfall, bezieht sowohl Energie- als auch Ressourcennutzung mit ein und beinhaltet ebenso Themenbereiche wie Reinigung oder MitarbeiterInnen- und Betriebsführung. Über lokale Materialien oder regionale Produkte können Tourismusbetriebe außerdem ihren Gästen Nachhaltigkeit sichtbar oder eben im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen.

Überhaupt ist die interne und externe Kommunikation von nachhaltigen Initiativen zentral. Zertifizierungen und Umweltschutzauszeichnungen bieten hierbei die Möglichkeit, sowohl das Bewusstsein der MitarbeiterInnen als auch der Gäste zu schärfen. 

Nachhaltigkeit für jede Geldtasche

Wer bei grünem Tourismus nur an Blockhütten im Wald denkt, irrt. Von Urlaub am Bauernhof bis hin zu luxuriösen Hotels, von Camping bis hin zu Design-Hotels, vom urigen Gasthof bis hin zum schicken Haubenrestaurant – nachhaltige Konzepte finden sich in den unterschiedlichsten Kategorien wieder.

Auch im Luxussegment lässt sich verstärkt ein Trend in Richtung Nachhaltigkeit beobachten. Ökologisches Reisen und Luxushotels sind längst keine Gegenpole mehr. Ein ähnlicher Trend hat in der Spitzengastronomie schon vor einigen Jahren eingesetzt. Das Angebot an biologischen, regionalen oder saisonalen Top-Produkten wird damit nicht zuletzt auch der verstärkten Nachfrage seitens der Gäste gerecht, die sich immer öfter und vor allem bewusst für Nachhaltigkeit entscheiden.

Qualitätskriterium Nachhaltigkeit

Nachhaltige Beherbergungsbetriebe werden mittlerweile nicht nur von erholungssuchenden UrlauberInnen, sondern auch vermehrt von Businessreisenden genutzt. Geschäftsreisende können so nicht nur anfallende Kosten, sondern auch ihren „ökologischen Fußabdruck“ verringern. Längst haben das Seminarhotels erkannt, bieten grüne Alternativen an und können sich ebenso als grüne Betriebe zertifizieren lassen.

Unabhängig von der Hotel- oder Gastronomiekategorie wird zertifizierte Nachhaltigkeit zunehmend zu einem Qualitätskriterium, das gleichzeitig auch den Umweltschutz ins Zentrum rückt. Die Gäste, ob  Businessreisende, FamilienurlauberInnen oder IndividualtouristInnen, sollen dabei geschützte Naturräume und Biodiversität erleben, regionale Speisen „erschmecken“ und schließlich einfach eine gute Zeit verbringen – und zwar nachhaltig.